Wie schreibe ich eine Initiativbewerbung? In drei Schritten zum Traumjob.

Schicken Sie Ihrer Lieblingsfirma eine Initiativbewerbung!

Kennen Sie auch dieses eine Unternehmen, das einfach perfekt für Sie wäre? Von dessen Mission, Projekten und Arbeitskultur Sie so überzeugt sind, dass Sie einfach alles dafür tun würden um dort arbeiten zu dürfen? Und dann schreiben die einfach nie Stellen aus? Dann ist die Zeit reif für eine Initiativbewerbung. Vielleicht haben die ja nur auf Sie gewartet! Eine erfolgreiche Initiativbewerbung zu schreiben ist gar nicht so einfach – aber mit diesen Tipps gelingt es Ihnen.

 

Der verdeckte Stellenmarkt – hier wirkt Ihre Initiativbewerbung

Zunächst einmal ein Wort zur Beruhigung: Dass keine Jobs ausgeschrieben werden, heißt nicht, dass es gar keine freien Stellen gibt. Im sogenannten verdeckten Stellenmarkt verbergen sich all die Stellen, die vergeben werden ohne dass sie jemals in einer Anzeige auftauchen. Und das sind gar nicht wenige: Bis zu 70% aller offenen Stellen werden über persönliche Kontakte oder Initiativbewerbungen besetzt! Gleichzeitig ist die Konkurrenz um diese Stellen natürlich viel geringer. Das macht Mut, erfordert aber im Gegensatz zu einer normalen Bewerbung viel mehr Recherche-Arbeit von Ihnen – denn welche Stellen zwar frei aber nicht ausgeschrieben sind, muss man erst einmal herausfinden.

 

Vorbereitung ist alles:
Verschicken Sie Ihre Initiativbewerbung nicht auf gut Glück!

Oberste Regel für eine gelungene Initiativbewerbung ist, sie nicht einfach blind und auf gut Glück zu verschicken. Wenn die Bewerbung ganz ohne Vorwarnung auf dem Tisch des Personalers landet, muss sie schon sehr außergewöhnlich sein, um überhaupt Interesse zu wecken. Und dann muss sie mehrere Dinge gleichzeitig tun – sie muss den Personaler erstens davon überzeugen, dass er ein Problem hat, weil ihm ein wichtiger Mitarbeiter fehlt. Und zweitens, dass genau Sie derjenige sind, der dieses Problem für ihn lösen kann. Das sind schon sehr viele Hürden auf einmal.
Besser, Sie trennen diese Aufgabe in mehrere Schritte auf!

 

Erster Schritt:
Recherchieren Sie, bevor Sie eine Initiativbewerbung versenden

Sie kennen Ihr Wunsch-Unternehmen schon. Aber kennen Sie auch die Stellensituation dort? Bevor Sie eine Bewerbung hinschicken, finden Sie heraus, ob es dort nicht bereits einen Platz für Sie gibt. Es ist gut möglich, dass eine Stelle frei ist, die noch nicht ausgeschrieben wurde. Vielleicht wurde im Unternehmen bisher auch nur darüber nachgedacht, eine bestimmte Position zu schaffen, die es momentan noch nicht gibt. Dann kommt Ihre Bewerbung gerade im richtigen Augenblick. Die dritte Möglichkeit ist, dass Sie dem Unternehmen erst noch vermitteln müssen, dass es eine neue Stelle für Sie schaffen sollte. Das ist die schwierigste Variante.
Je nachdem, wie groß das Unternehmen ist, können Sie erste Hinweise schon durch eine Online-Recherche bekommen. Finden Sie also heraus, wie die Lage dort ist: Werden gerade überhaupt Stellen ausgeschrieben und wenn ja, welche Qualifikationen werden gesucht? Gibt es Presse-Berichte über neue Produkte oder Pläne, für die bestimmte Fachkräfte nötig sind, und so weiter. Überlegen Sie sich, ob es Lücken im Unternehmen gibt, die Sie mit Ihren Qualifikationen füllen könnten. Auf diese Erkenntnisse können Sie später gezielt eingehen.

 

Zweiter Schritt:
Kündigen Sie Ihre Initiativbewerbung im persönlichen Gespräch an

Bei mittleren und kleinen Unternehmen bietet sich direkt der persönliche Kontakt an. Erstens wird es hier schwieriger, online verlässliche Informationen zu finden. Zweitens ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelner Mitarbeiter Einfluss auf die Personalgestaltung hat, größer als bei einem riesen Konzern.
Wenn Sie zufällig bereits einen Mitarbeiter kennen, verabreden Sie sich zwanglos mit ihm und finden Sie heraus, wie die Stellensituation aussieht. Vielleicht kennen Sie den Mitarbeiter auch nur über ein paar Ecken? Dann schreiben Sie Ihn mit schönen Grüßen des gemeinsamen Bekannten an, der am besten noch ein gutes Wort für Sie einlegt. Wenn Sie noch niemanden im Unternehmen kennen, versuchen Sie Kontakte zu knüpfen. Hier bieten sich IT-Messen und Konferenzen an, von denen Sie einige in unserem IT-Kalender finden. Ist Ihr Unternehmen auch dort nicht anzutreffen, hilft nur eins: Einfach anrufen und freundlich nachfragen. Wenn Sie Glück haben, stellt sich heraus, dass gerade tatsächlich eine Stelle vakant ist oder darüber nachgedacht wird, eine zu schaffen. Finden Sie im Gespräch so viel über diese freie Stelle heraus wie möglich. Wenn sie zu Ihnen passt, dann kündigen Sie an, dass Sie eine Bewerbung für diese Stelle schicken werden. So fällt Ihre Initiativbewerbung auf fruchtbaren Boden.

 

Ihre Stelle existiert noch nicht?
Dann wird die Initiativbewerbung aufwändiger

Im schlimmsten Fall hören Sie so etwas wie: „Nein, tut mir leid, gerade ist nichts frei“. An dieser Stelle könnten Sie aufgeben – oder dranbleiben, denn vielleicht weiß das Unternehmen nur noch nicht, dass es Sie dringend braucht! Sollten Sie gerade im persönlichen Gespräch sitzen, ergreifen Sie diese Gelegenheit, Ihren Gesprächspartner zu sensibilisieren. Schildern Sie, welches Potential Sie für das Unternehmen sehen, wenn es auf diese bestimmte Lösung setzt, für die Sie der Experte sind. Wie viel effektiver es wäre, wenn es diese bestimmte Aufgabe nur Inhouse erledigen würde, statt sie wie bisher outzusourcen. Rechnen Sie nicht damit, dass das sofort zu einer Einladung führt, selbst wenn Sie Ihren Gesprächsartner überzeugen können. Wahrscheinlich ist er gar kein hohes Tier im Unternehmen und muss den Gedanken selbst erst einmal in die Köpfe seiner Vorgesetzten pflanzen. Dann müssen Sie langen Atem beweisen. Bleiben Sie im Gespräch und ermöglichen Sie es dem Unternehmen, später auf Sie zurückzukommen. Im besten Fall hören Sie „Ja, dann schicken Sie doch mal eine Bewerbung“. Dann können Sie sich direkt an die Arbeit machen!

 

 Da schreibt jemand die perfekte Initiativbewerbung.

 

Letzter Schritt:
Die perfekte Initiativbewerbung schreiben

Endlich ist es so weit: Nach viel Vorarbeit, Recherche und persönlichem Kontakt setzen Sie sich an Ihre Initiativbewerbung. Auf die folgenden Punkte müssen Sie dabei achten:

Persönliche Anrede

Eine Initiativbewerbung ist keine Massenmail. Gestalten Sie sie so persönlich wie möglich. Adressieren Sie Ihr Anschreiben also nicht an „Sehr geehrte Damen und Herren“, sondern an den richtigen Ansprechpartner. Nennen Sie im Text den Unternehmensnamen, nehmen Sie Bezug auf aktuelle Ereignisse oder Produkte und vermitteln Sie: „Ja, ich meine genau Sie!“

Wunschposition klar benennen

Zwar reagieren Sie mit Ihrer Initiativbewerbung nicht auf eine konkrete Stellenausschreibung. Trotzdem haben Sie ein klares Bild von der Position, die Sie besetzen wollen. Schreiben Sie also nicht „Ich würde gerne für Sie arbeiten – egal was!“.  Beschreiben Sie die Stelle, die Ihnen vorschwebt, so deutlich wie möglich! Geben Sie der Stelle eine konkrete Bezeichnung und dann erklären Sie, warum genau das gerade im Unternehmen fehlt.

Unternehmensnutzen herausstellen

Das Betonen des Unternehmensnutzens, also dem, was Ihr zukünftiger Arbeitgeber von Ihrer Einstellung hat, ist bei einer Initiativbewerbung noch wichtiger als in einer normalen Bewerbung. Bisher wusste der Leser ja noch nicht mal, dass er Sie braucht. Also beschreiben Sie, welche jetzt noch unerledigten Aufgaben mit Ihrer Hilfe bewältigt werden können. Schildern Sie, welche konkreten Probleme das Unternehmen lösen könnte, wenn es Sie einstellt. Dabei ist egal, ob Sie das im persönlichen Gespräch bereits alles durchgekaut haben – Ihr persönlicher Kontakt wird nämlich wahrscheinlich nicht alleine entscheiden. Geben Sie ihm gute Argumente an die Hand, die für Sie sprechen.

Persönlicher Bezug zum Unternehmen

Beziehen Sie sich, wenn möglich, auf Ihre Kontaktperson im Unternehmen und lassen Sie einfließen, dass diese für Rückfragen zur Verfügung steht. Auch gemeinsame Bekannte können gegebenenfalls als Referenzen dienen. Falls Sie bereits in der Vergangenheit als Kunde, Partner oder sonstwie beruflichen Kontakt mit dem Unternehmen hatten, bringen Sie das auch ein – das dient als gute Überleitung zum nächsten Teil:

Ihre Motivation

Warum wollen Sie unbedingt bei diesem Unternehmen arbeiten? Was hat Sie dazu bewogen, sich zu bewerben, obwohl nicht einmal etwas ausgeschrieben ist? Vorsicht: Im Motivationsteil geht es nicht darum sich einzuschleimen. Sie sollten stattdessen erklären, warum Sie der Meinung sind, dass Sie auch persönlich hervorragend zusammenpassen. Also gehen Sie in sich und überlegen Sie, was Ihre Gründe sind – sind es die Werte, die vertreten werden und die Mission die verfolgt wird? Sind es die spannenden Projekte, an denen Sie sich mit viel Herzblut einbringen wollen? Seien Sie ehrlich!

Schluss

Wie bei jedem Bewerbungsschreiben gilt auch bei der Initiativbewerbung: Fassen Sie sich kurz. Eine, maximal anderthalb Seiten Anschreiben sind genug. Finden Sie also ein Ende, aber vergessen Sie auf keinen Fall, ein persönliches Treffen vorzuschlagen und Kontaktmöglichkeiten zu nennen. Verweisen Sie für bestimmte Skills, relevante Nebenprojekte und weiteres auf Ihren beigefügten Lebenslauf, in dem genug Platz dafür ist.

 

Das gehört alles in eine Initiativbewerbung

Vollständig ist Ihre Initiativbewerbung erst, wenn Sie die notwendigen Unterlagen zusammenhaben. Dazu gehören neben dem oben beschriebenen Anschreiben natürlich ein vollständiger Lebenslauf, vorhandene Arbeitszeugnisse und Zertifikate. Wenn möglich, sprechen Sie mit Ihrem persönlichen Kontakt ab, was er gerne haben möchte. Tipp: Bieten Sie ihm unbedingt an, auch eine Arbeitsprobe mitzuschicken, damit er sich direkt ein Bild von Ihren Leistungen machen kann.

 

Nicht vergessen:
Bei Initiativbewerbungen wird gegoogelt

Vergessen Sie vor dem Verschicken Ihrer Initiativbewerbung nicht Ihre Online-Profile. Wenn Ihre Bewerbung interessant ist stehen die Chancen nämlich gut, dass Ihr Name gegoogelt wird. Da Ihre Initiativbewerbung wahrscheinlich die Einzige ist, die der Personaler auf dem Tisch hat, hat er auch die Zeit dazu – anders als bei normalen Bewerbungen. Sorgen Sie also dafür, dass im Web nur Gutes über Sie gefunden wird, damit keine Ungereimtheiten entstehen.

 

Mit diesen Tipps wird Ihre Initiativbewerbung ein Erfolg. Aber wem schicken Sie sie?
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Fotos: pixabay, Unsplash: rawpixel.com

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