Wild West auf dem IT-Jobmarkt: So werden Sie von Headhuntern gefunden

Ein headhunter im Wilden Westen

Im wilden Westen ging man einem Headhunter eigentlich lieber aus dem Weg. Die eher zwielichtigen Kopfgeldjäger suchten Verbrecher tot oder lebendig und strichen vom Sherriff eine fette Prämie dafür ein. In der modernen Berufswelt geht es weniger martialisch zu, aber die Konkurrenz unter den Headhuntern – oder „Personalvermittlern“ wie sie auf Deutsch etwas unglamouröser heißen – ist immer noch hoch. Besonders im IT-Bereich, wo gut ausgebildete Spezialisten heiß umkämpfte Mangelware sind. Im Dienste gut zahlender IT-Unternehmen fahnden die modernen Kopfgeldjäger nach den vielversprechendsten Arbeitnehmern und werben sie wenn nötig von anderen Unternehmen ab. Sie wollen auf das Radar der Headhunter? Mit diesen 5 Tipps werden Sie garantiert bald angesprochen.

 

#1: Seien Sie in den wichtigsten Netzwerken für IT-Headhunter sichtbar

Besonders wichtig sind hier natürlich die professionellen Netzwerke Xing und LinkedIn, aber auch die „Freizeitnetzwerke“ Facebook, Twitter und so weiter sind in Ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen. Fast 30 % der Recruiter gaben in Dices Social Recruiting Report an, die Netzwerke regelmäßig nach passiven Kandidaten zu durchsuchen. Die wichtigste Regel hier lautet: Um gefunden zu werden, müssen Sie sichtbar sein. Machen Sie besonders in den professionellen Netzwerken klare Angaben über Ihre Skills und Ihren Lebenslauf. Xing beispielsweise bietet die Möglichkeit, seine wichtigsten Skills zu verschlagworten und darüber einfach auffindbar zu sein. Seien Sie nicht schüchtern, und verweisen Sie im Portfolio auf Projekte, auf die Sie wirklich stolz sind. Noch dazu gibt es hier die dezente Möglichkeit, Ihren aktuellen Karrierestatus gegenüber Headhuntern anzuzeigen. Bereit für etwas Neues, oder einfach nur offen für Angebote? Die Online-Jobsuche kann man in diesem Punkt durchaus mit der Nutzung eines Dating-Portals vergleichen. Seien Sie dementsprechend auch nicht zu offensiv dabei, Ihre Offenheit gegenüber Jobangeboten zu signalisieren. Wenn Sie gerade in einem Arbeitsverhältnis stehen, kann ein „auf Jobsuche“ in Ihrem Online-Profil ihre bisherigen Arbeitgeber schon mal irritieren! Verwenden Sie also lieber unterschwellige Formulierungen wie „immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen“.

 

#2: Nutzen Sie IT-Jobportale um von Recruitern gefunden zu werden

Viele IT-Jobportale – wie Dice – bieten Usern nicht nur die Möglichkeit, nach spannenden Jobs zu suchen, sondern geben auch Headhuntern die Möglichkeit, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Alles, was Sie tun müssen, um auffindbar zu sein, ist Ihren Lebenslauf dort zu platzieren. Das ist schnell erledigt und sorgt verlässlich dafür, dass die Anfragen von Recruitern häufiger werden. Achten Sie jedoch darauf, Ihre Profile bei Dice und ähnlichen Portalen stets aktuell zu halten! Hier tritt häufig nach einer Weile das aus den Augen-aus dem Sinn-Prinzip ein und man verliert den Überblick darüber, wo man eigentlich mit seinen Lebensläufen vertreten ist. Richten Sie sich also spätestens alle 6 Monate eine Erinnerung im Kalender ein, an der Sie Ihren Online Lebenslauf überprüfen und gegebenenfalls aktualisieren. Ein aktuelles Datum auf Ihrer Datei lässt Sie auch gleich interessanter auf Headhunter wirken. Sie signalisieren, dass Sie es ernst meinen und nach wie vor interessiert an einer Kontaktaufnahme sind.

 

#3: Helfen Sie dem Headhunter, Ihnen das richtige Angebot zu machen

Viele IT-Profis beschweren sich darüber, dass sie zwar von Headhuntern angesprochen werden, aber nie das „richtige“ Angebot unterbreitet bekommen. Gefühlt werden sie nur über uninteressante oder irrelevante Jobs informiert. Das kann aber auch daran liegen, dass sie nicht immer klar formulieren, was sie eigentlich wollen. Headhunter können auf ihrer Suche nach dem richtigen Kandidaten eben nur das beurteilen, was diese selbst von sich preisgeben. Also teilen Sie der Welt Ihre Wünsche mit und geben Sie nur die Skills an, die Sie für Ihren Traumberuf qualifizieren. Schneiden Sie Ihren Lebenslauf auf Ihren Traumberuf zu – und lassen Sie gezielt weg, auf was Sie nicht angesprochen werden wollen. Dabei hilft auch die direkte Ansprache, wenn Sie schon wieder ein irrelevantes Angebot von einem Headhunter bekommen haben. Anstatt die E-Mail kommentarlos zu löschen, teilen Sie dem Recruiter doch einfach mit, was das Problem ist. Sagen Sie ihm, dass Sie dieses Angebot nun wirklich nicht hinter dem Ofen hervorlockt, aber dass Sie bereit wären, sofort alles stehen und liegen zu lassen, für einen Job der… Diese E-Mail kostet Sie keine 5 Minuten, aber sie verbessert Ihre Chancen erheblich, dass zumindest dieser Recruiter Sie nur noch mit spannenden Angeboten kontaktiert. Noch dazu: Diese Übung hilft auch Ihnen selbst, sich darüber klar zu werden, was Sie sich für Ihre berufliche Zukunft eigentlich vorstellen.

 

#4: Fallen Sie positiv auf – auch den Headhuntern

Sie leiten einen Workshop, halten einen Vortrag oder schreiben einen Blog- oder Print-Artikel? Prima! Sorgen Sie dafür, dass die Welt – und die Zunft der Personalvermittler – davon erfährt. Es wäre albern, im Zuge der passiven Jobsuche einen Blog zu starten oder auf Stack Overflow einzusteigen, nur um gut dazustehen. Aber wenn Sie all das sowieso bereits tun, weil Sie sich wirklich dafür begeistern, dann halten Sie mit Ihrer Expertise bitte nicht hinterm Berg. Verweisen Sie in Ihrem Lebenslauf und Ihren Online-Profilen auf Webseiten und Projekte, die Headhunter über Ihre Skils auf Ihrem Gebiet in Kenntnis setzen. So können sich diese ganz einfach davon überzeugen, wo Ihre Talente liegen und für was Sie sich auch in Ihrer Freizeit begeistern. Und so erhalten Sie viel eher ein Angebot, das genau zu Ihnen passt.

 

#5: Persönliche Netzwerke über Karrierewünsche informieren

Eine Vorgehensweise von Headhuntern ist es, Experten und Führungskräfte einer Branche anzurufen und direkt nach persönlichen Empfehlungen für eine offene Stelle zu fragen. Das können Sie ganz einfach für sich nutzen. Lassen Sie Ihr Netzwerk und Ihre Bekannten wissen, was Sie beruflich so treiben und wo Ihre Schwerpunkte liegen. Ganz nebenbei können Sie signalisieren, dass Sie grundsätzlich immer für einen Karrieresprung bereit wären. So haben Ihre Bekannten Sie auf dem Schirm und können Sie gegebenenfalls weiterempfehlen, wenn sie nach einer persönlichen Empfehlung gefragt werden. Und für Sie ist das kein größerer Aufwand als ein bisschen Smalltalk auf der nächsten Konferenz.

 

Passiv auf Jobsuche – häufigster Status von IT-Profis

52 % aller festangestellten Tech-Profis gaben im letzten Dice-Job Market Report an, „offen für neue und interessante Angebote zu sein“. Das bedeutet: Sie sind nur passiv auf Jobsuche, wollen also nicht viel Arbeit in eine neue Stelle investieren – aber wenn jemand mit einem vielversprechenden Angebot um die Ecke kommt, sagen sie auch nicht nein. Die wenigsten von ihnen werden jedoch die Schritte unternommen haben, die nötig sind, damit diese Angebote auch kommen. Mit den 5 einfachen Maßnahmen aus diesem Artikel sind Sie ohne großen Aufwand zu betreiben schon ein gutes Stück interessanter für Headhunter geworden und bekommen bestimmt schon bald ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können!

 

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Foto: Pixabay

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