Tipps fürs Vorstellungsgespräch: Wie Sie die STAR-Methode erkennen und für sich nutzen

ein Stern, gebildet aus fünf Personen

Vor allem bei großen Firmen laufen Vorstellungsgespräche oft nach demselben Schema ab, um die zahlreichen Bewerber besser vergleichen zu können. Die aus den USA stammende STAR-Methode zur Befragung bei Bewerbungsgesprächen setzt sich dabei mehr und mehr durch. Hier erfahren Sie alles, was Sie über Vorstellungsgespräche nach STAR-Methode wissen müssen und wie Sie sich perfekt auf Ihr Vorstellungsgespräch vorbereiten.

Bewerbungsgespräch nach STAR-Methode: Das sind die Grundlagen

STAR ist ein Akronym, also eine Abkürzung, die aus den Anfangsbuchstaben des vollen Namens besteht. STAR steht für Situation, Task, Action, Result – und das beschreibt schon ganz gut, nach welchem Schema das Gespräch abläuft. Der Interviewer stellt seine Fragen nach dem immer gleichen Muster, um ein möglichst umfassendes Bild von Ihnen zu erlangen und Ihre Antworten auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Weil dabei nicht nur nach dem „was“ gefragt wird, sondern vor Allem nach dem „wie“, erlaubt es Ihrem zukünftigen Arbeitgeber eine ganz gute Einschätzung Ihrer Eignung für den ausgeschriebenen Job. Die STAR-Methode kann Ihnen im Laufe Ihres Arbeitslebens immer wieder begegnen, denn sie wird auch gerne bei Mitarbeitergesprächen und Feedbackgesprächen angewendet.

 

Die Fragen im STAR-Vorstellungsgespräch: So erkennen Sie die Technik

Dass Ihr Bewerbungsgespräch gerade nach STAR-Format abläuft, erkennen Sie an den typischen vier Fragen, die Ihnen gestellt werden.

  • Frage 1: In welcher Situation waren Sie / was war die Problemstellung? (SITUATION)
  • Frage 2: Was war Ihre Rolle bzw. Aufgabe in der Situation? (TASK)
  • Frage 3: Wie sind Sie an Ihre Aufgabe herangegangen / wie haben Sie das Problem gelöst? (ACTION)
  • Frage 4: Was kam dabei heraus / welches Ergebnis konnten Sie vorweisen? (RESULT)

Natürlich können die Fragen im Einzelfall etwas anders formuliert werden, aber die vier Punkte werden in der Regel in derselben Reihenfolge abgearbeitet. Nur Frage 1 und 2, also Situation und Task, können mitunter die Plätze tauschen.
Die ersten Fragen werden meist eingeleitet mit einem „Berichten Sie mir von einer Situation, in der…“, oder „Erzählen Sie mir, wann Sie das letzte Mal…“ und so weiter.

 

Warum werden Bewerbungsgespräche nach STAR-Methode geführt?

Die vier Fragen der STAR-Methode verleiten Sie als Befragten dazu, ganz ausführlich über Ihre bisherige Arbeit zu sprechen. Sie berichten nicht nur, dass Sie in einem Team mitgearbeitet haben das Ihrem letzten Unternehmen hohe Gewinne eingebracht hat. Sondern auch, was genau Ihr persönlicher Beitrag dazu war, und wie Sie arbeiten. Vor allem die dritte Frage, „wie sind Sie an die Aufgabe herangegangen?“ offenbart Ihrem Gesprächspartner viel darüber, was für ein Teamkollege Sie sind und welche Problemlösungsstrategien Sie anwenden. Soft Skills, die Sie in Ihrer Bewerbung aufgezählt haben, werden hier ausgeschmückt und mit Inhalt gefüllt. Haben Sie in Ihrem Lebenslauf ein bisschen geflunkert, kommt auf diese Art und Weise schnell heraus, ob Sie für das erfolgreiche Projekt im letzten Job nur ein paar Hilfsarbeiten gemacht oder substantiell am Erfolg mitgearbeitet haben. Dadurch, dass jedem Bewerber dieselben Fragen gestellt werden, wird das Ergebnis des Gespräches objektiver und besser vergleichbar – es gibt Ihnen aber auch weniger Freiraum, einen Punkt zu vertiefen oder länger über ein bestimmtes Thema zu plaudern und über Schwächen anderswo hinwegzutäuschen.

 

So bereiten Sie ein Vorstellungsgespräch mit der STAR-Methode vor

Der erste Tipp trifft schon auf das Schreiben des Lebenslaufes zu: Seien Sie unbedingt ehrlich. Lücken und Ungereimtheiten in Ihrer Story werden mit der STAR-Methode rasch aufgedeckt – denn bleiben Sie in Ihrer Antwort zu sehr an der Oberfläche oder Sie verheddern sich in Widersprüche. Beides lässt Sie rasch durchfallen.
Überlegen Sie, welche Soft Skills in dem konkreten Job gefragt sein werden – nach den entsprechenden Situationen wird sich Ihr Gesprächspartner erkundigen! Geht es darum, unter Zeitdruck Ergebnisse liefern zu können, oder ist es für Ihren nächsten Arbeitgeber wichtig, dass Sie kompetent mit Kunden umgehen? Legen Sie sich die entsprechenden Situationen und Projekte aus Ihrem bisherigen Berufsleben zurecht, damit Sie im entscheidenden Moment nicht ins Grübeln kommen.
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie spontan alle Fragen ausreichend detailliert beantworten können, gehen Sie vor dem Vorstellungsgespräch die Stationen Ihres Lebenslaufes durch. Überlegen Sie sich für jede Station strukturierte Antworten auf die vier STAR-Fragen: Welche Probleme und Aufgabenstellungen mussten Sie meistern, was war Ihre Rolle im Team und wie haben Sie die Probleme gelöst? Wie ging die Geschichte aus, welche Erfolge konnten Sie vorweisen? Vergegenwärtigen Sie sich hierzu unbedingt die nötigen Zahlen – um welche Geldsummen ging es, wie viele Mitarbeiter waren beteiligt und wie lange dauerten die einzelnen Projekte? Details wie diese fallen einem manchmal in der Aufregung eines Vorstellungsgespräches nicht mehr spontan ein; da ist es gut, sie sich vorher zurechtzulegen. Diese Fakten verleihen Ihrem Vortrag außerdem Gewicht und Glaubwürdigkeit. Auch, wenn das STAR-Format nicht auf Ihr Bewerbungsgespräch angewendet wird, hilft Ihnen diese Vorbereitung, ein überzeugendes Vorstellungsgespräch zu führen.

 

4 Tipps für ein Vorstellungsgespräch nach STAR-Methode

Sie sollten jetzt in der Lage sein zu erkennen, wenn die STAR-Technik gerade auf Ihr Vorstellungsgespräch angewendet wird. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen wenn Sie diese Technik erkennen, sondern nutzen Sie sie zu Ihrem Vorteil.

  • Beantworten Sie die Fragen so ehrlich und präzise wie möglich.
  • Erinnern Sie sich an Ihre Vorbereitungsarbeit und bedenken Sie: Ihr Gegenüber möchte vor allem herausfinden, wie Sie Probleme lösen. Also arbeiten Sie genau heraus, wie Sie die Situation eingeschätzt haben und wie Sie dann an die Aufgabe herangegangen sind.
  • Wenn es darum geht, wie Sie die Aufgabe gemeistert haben, sparen Sie nicht mit spezifischen Details. Nennen Sie ruhig Namen und quantifizieren Sie Ihren Erfolg. Wenn Sie bei „Result“ eher mittelmäßig abgeschlossen haben, also Ihre Aufgabe nicht zum erhofften Erfolg führen konnten, berichten Sie stattdessen, was Sie trotzdem mitgenommen haben. Welche Lektion haben Sie gelernt, wie hat Sie die Situation zu einem erfahreneren Mitarbeiter gemacht?
  • Bei allen Details: Verlieren Sie sich nicht in Nebensächlichkeiten – halten Sie Ihre Antworten kurz, um die Geduld Ihres Gegenübers nicht überzustrapazieren.

Sie sind hervorragend auf Ihr Vorstellungsgespräch vorbereitet. Bewerben Sie sich jetzt auf einen IT-Job!

 

 

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Foto: pexels

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