Technocracy is over!

Wie ich mit Ende Dreißig zu einem neuen Berater wurde

Blogbeitrag von Peer Lalk,  Senior Project Manager bei der PENTASYS AG

Kürzlich habe ich einen Kommilitonen getroffen. Er ist wie ich seit über zehn Jahren in der IT-Beratung und wollte von mir wissen: Was war das wichtigste, das du in deiner Laufbahn gelernt hast? Die Frage kam unerwartet und hat mich zum Nachdenken gebracht. Ganz am Anfang meiner Karriere hatte ich nämlich noch das Gefühl, dass ich meine damalige Vorstellung eines Traumjobs bereits gefunden habe: Am wichtigsten war für mich zu dieser Zeit die Technik. Als Entwickler frisch von der FH lautete für mich die Devise „nur das Neueste ist das Beste“.

Mit viel Fleiß ist meine Karriere dann recht schnell vorangekommen. Ich habe zahlreiche Projekte in diversen Branchen und in unterschiedlichen Rollen begleitet, erfolgreich durchgeführt und als Teamleiter Führungsaufgaben übernommen. Dabei habe ich aber auch gelernt: Manche Strukturen in Großunternehmen haben durchaus das Potential, die Motivation wie auch die Kompetenzen des Einzelnen drastisch herunterzuschrauben. Ich fand es auch mit zunehmender Erfahrung schwierig, die nötigen kreativen Freiräume für Weiterentwicklung zu finden – auf geschäftlicher wie persönlicher Ebene. Die Gestaltungsmöglichkeiten waren mir zu wenig, um mich als Entwickler und vor allem Mensch entfalten zu können.

Wir sprechen hier von einem generellen Phänomen: Der Mensch manövriert sich immer mehr in den Hintergrund – wo er aber definitiv nicht hingehört. Im Lauf meiner Karriere habe ich gelernt, dass auch der beste Prozess und die beste Technologie nicht die Persönlichkeit des Beraters ersetzen. Damit er sie einsetzen kann, braucht es die entsprechende Wertschätzung. Es sind also gewissermaßen die analogen Qualitäten in einem Unternehmen, die über Erfolg und Misserfolg in der digitalen Welt entscheiden. Vor allem aus dieser Erkenntnis heraus habe ich beschlossen, der „Technokratie“ den Rücken zu kehren – und zu einem neuen Typ Berater zu werden. Im Umgang mit Mitarbeitern, Vorgesetzten und Kunden zählt für mich vor allem die langfristige Entwicklung der menschlichen Beziehungen.

Aber nicht nur die innere Einstellung hat sich mit den Jahren signifikant verändert. Aus familiären Gründen wurde mir die heimatnahe Arbeit wichtiger. Als Familienvater will ich für meine Frau und Kinder da sein, mich an ihrem Leben beteiligen und nicht nur am Wochenende Berichte hören. Im Beratergeschäft kann es durchaus schwierig werden, die richtige Balance zwischen dem Privatleben und den Anforderungen aus den Projekten zu finden. Ich beschloss deshalb, mich neu zu orientieren. Am Ende war es für mich einfach am wichtigsten, einen Arbeitgeber zu finden, der auf genau dieses Bedürfnis eingehen kann: Die eigenverantwortliche Gestaltung meiner Karriere. Ich habe mich dafür entschieden, zu einem Beratungshaus zu wechseln, das genau diese Werte lebt und pflegt. Hier habe ich die Vorteile, immer eine offene Tür zum Management zu haben, meine Ideen und Kritik einzubringen oder auch an der Strategie und Zukunft des Unternehmens aktiv mit zu arbeiten. Dadurch wird mir Gestaltungsraum ermöglicht. Und genau das bringt am Ende auch die Zufriedenheit im Job.

Um die anfangs gestellte Frage also in einem Satz zu beantworten: Das Miteinander und die Wertschätzung am Arbeitsplatz ist für mich heute viel wichtiger als Image, Quartalszahlen oder eine spezifische Technologie. Und aus meiner gegenwärtigen Sicht kann ich jedem Entwickler und Berater nur das hier auf den Weg geben: Bevor ihr den Arbeitsplatz wechselt, blickt hinter die „Schauseite“ des neuen Arbeitsplatzes. Denn letztlich zählt, was ihr aus eurem Potential, eurer Kompetenz und eurer Kreativität machen könnt. Und dafür braucht es ein Unternehmen, das euch auf Augenhöhe begegnet und euch wertschätzt.

Alle Jobs bei Pentasys ansehen

No comments yet.

Leave a Reply