Jobsuche über Facebook, Xing & Co. – so geht Social Recruiting richtig

Eine Frau auf JobsucheEine entschlossen wirkende junge Frau sitzt morgens am Frühstückstisch und studiert den Anzeigenteil der Zeitung. Den gezückten Kugelschreiber in der Hand kringelt sie die besonders interessant klingenden Anzeigen ein, während ihre Kaffeetasse milchkaffeefarbene Flecken hinterlässt. Eine Anzeige markiert sie mit besonders viel Nachdruck. Hier wird sie als erstes anrufen und bestimmt den Job bekommen – die Kamera zoomt heran, Schnitt. Genau, diese Szene gibt es eigentlich nur noch im Film. Die echte Jobsuche findet mittlerweile online statt und das mehr und mehr dort, wo wir uns ohnehin ständig bewegen: In den sozialen Netzwerken. Das Zauberwort, das Personaler ins Schwärmen bringt, lautet Social Recruiting. Wir haben im Dice Job Market Report untersucht, wo sich Jobsuchende und Recruiter treffen und welche Netzwerke besonders erfolgsversprechend sind. Hier lesen Sie die Ergebnisse.

 

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Masse ist Macht – das sind die erfolgreichsten Netzwerke

Die Bedeutung eines Netzwerkes steht und fällt mit seiner Mitgliederzahl. So gesehen am bedeutendsten dürfte nach wie vor der Riese Facebook sein. 28 Millionen Menschen allein in Deutschland waren im Februar 2016 in Facebook aktiv – das ist mehr als jeder dritte Deutsche. Dem gegenüber stehen 12 Millionen Twitter-User (März 2016) und 9 bzw. 10,5 Millionen Mitglieder bei LinkedIn und Xing aus dem gesamten deutschsprachigen Raum (Juli 2016). Hier trifft man sich, zeigt sich Katzen- und Kinderfotos oder informiert sich über Nachrichten, Klatsch und Tratsch – und tauscht sich offenbar auch auf professioneller Ebene aus. Das gilt auch für ITler, von denen 66 % die sozialen Netzwerke dazu nutzen, sich mit Kollegen über Tech-spezifische Neuigkeiten auszutauschen oder Tipps und Ratschläge einzuholen. Aber geht man hier auch hin, um einen neuen IT-Job zu finden?

 

Der Großteil der Techies sucht neue Jobs im Online Netzwerk

Die Antwort lautet ganz klar „Ja“! Online geht es nicht nur um den fachlichen oder persönlichen Austausch: Ganze 70 % der Techies nutzen die Social Media gezielt um auf Jobsuche zu gehen. Dazu unterhält fast die Hälfte unserer befragten IT-Profis drei oder mehr Profile bei verschiedensten sozialen Netzwerken. Insgesamt hat sich die Anzahl der genutzten sozialen Netzwerke seit dem Vorjahr vermehrt – während man sich laut dem Dice Job Market Report 2016 noch auf einer übersichtlichen Zahl von Netzwerken bewegte, waren Techies nun auf über 14 verschiedenen Plattformen anzutreffen. Ganz vorne im Social Recruiting steht hier allerdings nicht Facebook, sondern die spezialisierten Karriere-Netzwerke Xing und LinkedIn. Hier trifft man sich, wenn es zur Sache gehen soll.

Kuchendiagramm: Social Media für Techies

 

So gehen Unternehmen im Social Recruiting vor

Kluge Recruiter wissen, wo sie ihre Wunschkandidaten finden und ziehen nach. 89 % der Personalvermittler verrieten uns, dass sie die sozialen Netzwerke intensiv nutzen, um nach potentiellen Mitarbeitern zu fahnden. Das ist eine Steigerung um 23 % verglichen zum Vorjahr! Das gilt übrigens nicht nur für die IT: 2016 teilte fast jedes vierte deutsche Top-Unternehmen seine Stellenanzeigen auch über Xing. Die anderen Netzwerke werden eher nachrangig behandelt – offensichtlich konzentrieren die Unternehmen ihren Aufwand auf das lohnenswerteste Netzwerk. Übrigens: 48 % der Personaler erzählten uns, dass sie sich zur Vorbereitung eines Bewerbungsgespräches gerne auf dem Github-Profil des Kandidaten umsehen. Falls Sie aktiv auf Jobsuche sind, könnte sich ein regelmäßig aktualisiertes Profil hier besonders für Sie auszahlen. Vor allem auf den Netzwerken Xing und LinkedIn werden vielversprechende Kandidaten auch kontaktiert und auf eine freie Stelle aufmerksam gemacht. Das könnten viele Unternehmen aber noch besser machen, wie unsere Nutzer berichteten. Die Hälfte der Befragten im Dice Job Market Report gab an, dass sie häufig irrelevante oder unpassende Jobangebote bekommen. 18 % beklagten außerdem ein mangelndes technisches Verständnis der Recruiter für den angebotenen Job. Ganze 30 % wünschen sich, dass die Personaler mehr Recherche betreiben, um besser auf ihre Skills und Bedürfnisse eingehen zu können. Zwar ist bei diesen Angaben im Gegensatz zum Vorjahr eine positive Tendenz zu verzeichnen, aber trotzdem gibt es hier noch viel aufzuholen!

Infografik: Über Social Media zum Job | Statista

 

Die Jobsuche darf social sein, die Kontaktaufnahme aber nicht

Obwohl sich Tech-Profis mittlerweile ganz selbstverständlich in den Online Netzwerken bewegen, auf Stellensuche gehen und sich über interessante Unternehmen informieren, möchten sie dort lieber nicht angesprochen werden. So wurden Kontaktversuche von Personalern auf Facebook, Twitter und selbst Xing zu zurückgewiesen! Die Mailfunktion von LinkedIn wird als etwas seriöser empfunden und immerhin zu 9 % beantwortet. Richtig gut angenommen werden jedoch nur Kontaktanfragen per E-Mail – wer hier mit einem Jobangebot persönlich angesprochen wird, wird zu 69 % darauf antworten. Das bedeutet für den Personaler natürlich den zusätzlichen Aufwand, die E-Mail-Adresse des Wunschkandidaten ausfindig zu machen. Dem Techie gibt es, egal ob aktiv auf Jobsuche oder nur passiv interessiert, das Gefühl, dass er tatsächlich persönlich angesprochen und nicht mit einer Massenmail zugeschüttet wird.

Schaubild auf diesen Social Media antworten Techies

 

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Foto: Pexels, Statista

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