Dank Apple Watch boomt der Smartwatch-Markt – hat die Konkurrenz Chancen?

Smartwatches

In aller Munde und an vieler Handgelenk: die Smartwatch. Noch vor drei Jahren hätte wohl keiner geglaubt, dass dieses Wearable tatsächlich ein Käufermagnet wird. Einer der Gründe: Apple hat wieder einmal einen Trend in die breite Masse gestreut. Mit seiner Apple Watch hat das Unternehmen erneut Bedarf geschaffen, wo vorher (fast) keiner war. Und pusht damit auch kräftig seine Konkurrenten. Der Smartwatch-Markt war vorher ein Nischengeschäft, nun wächst er rasant. Fast alle Elektronik- und Uhren-Hersteller möchten auf diesen fahrenden Zug aufspringen. Doch wo liegen ihre Chancen, mit der Apple Watch zu konkurrieren? Wir haben die Smartwatch-Neuheiten 2015 von Apple, Sony, Pebble und Samsung für Sie unter die Lupe genommen.

 

Wachsender Markt: 4 von 10 Deutschen wollen Smartwatch

Laut einer Umfrage, die der Digitalverband BITKOM im April veröffentlichte, haben vier von zehn Deutschen Interesse an einer Smartwatch. Das sind immerhin 40 % der Bevölkerung. Zum Vergleich: Bei einer Befragung vor zwei Jahren waren nur 31 % daran interessiert, Smartwatches anzuschaffen.

Verknüpft man die BITKOM-Zahlen mit einer frischen Umfrage von Goldmedia im Mai, wird die starke Marktposition der Apple-Smartwatch offenbar: 19 % der Befragten gaben hier an, schon eine Apple Watch gekauft bzw. bestellt zu haben oder über die Anschaffung nachzudenken. Zusammengefasst heißt das, etwa die Hälfte der Smartwatch-Käufer in Deutschland würde zur Apple Watch greifen. Abgesehen vom Kaufwillen, hat Apple ganz konkret seit dem Verkaufsstart seiner Computeruhr die Zahl der Smartwatch-Besitzer in Deutschland verdoppelt.

 

Frisches SDK für watchOS 2: Apples Carepaket für Smartwatch-App-Entwickler

Die Verkaufszahlen der Apple Watch gingen seit dem Marktstart Ende April durch die Decke – für manche überraschend, da die Vorbestellungen niedriger als erwartet ausfielen. Nun legt der Hersteller noch eine Schippe drauf. Auch bei seiner Smartwatch handhabt es Apple wie bei seinen anderen Devices: Um das ganze Potential der Hardware auszuschöpfen, sollen möglichst viele Entwickler am App-Ökosystem mitgestalten können. Denn ab sofort können auch native Apps auf der Smartwatch installiert werden, die ganz ohne iPhone-Anbindung funktionieren. Das Ergebnis: Eine deutlich bessere Performance mit kürzeren Start- und Reaktionszeiten. Ein frisches Software Development Kit für das neue Smartwatch-Betriebssystem watchOS 2 wurde soeben bei der Auftakt-Keynote der Entwicklerkonferenz WWDC präsentiert. App-Entwicklern steht das neue WatchKit ab sofort in einer Betaversion als Teil der Beta des iOS-9-SDK zur Verfügung. Die endgültige Version will Apple ab Herbst bereitstellen. Mit dem neuen WatchKit haben Entwickler noch mehr Möglichkeiten bei ihren App-Kreationen für die Apple Watch.

 

Samsung, Pebble, Sony & Co: Smartwatch-Neuheiten 2015

Was tut sich bei den anderen Herstellern? In der wachsenden Auswahl ist für jeden Geschmack etwas dabei. Manche Hersteller setzen auf charakteristische Formen oder große Displays, andere auf subtile Eleganz. Wer es am Handgelenk gern rund hat, wird bei Smartwatch-Modellen von LG und Motorola fündig.
Letztlich ist die Entscheidung für ein Modell immer eine Kostenfrage: Wieviel soll die Smartwatch können? Und wie schick soll sie sein? Eine hochwertige Verarbeitung und absolut kratzfestes Glas haben ihren Preis, wie man bei der Apple Watch sehen kann. Ein gut designtes Schmuckstück fürs Handgelenk, das durch eine hohe Wertigkeit der Materialien überzeugt, bietet neben Apple auch die ZenWatch von Asus. Touchscreen oder nicht, Sprachsteuerung, Flexibilität im Smartphone-Betriebssystem, spritzwasserdicht oder absolut waterproof und damit schwimmgeeignet – die Smartwatch-Ausstattungen bedienen unterschiedlichste Ansprüche. Wir haben drei große Anbieter unter die Lupe genommen.

 

Sony SmartWatch 3 für Xperia

Sony war einer der Pioniere im Smartwatch-Segment und präsentierte sein Pilot-Modell MBW-150 schon 2008. Bei der Namensgebung, wie auch im Design, setzt Sony für die dritte Generation seiner klugen Uhren auf absolute Schlichtheit: Die Sony SmartWatch 3 ist seit Sommer 2014 im Handel. Brandneu ist nun auch das noblere Edelstahlmodell „Steel“ erschienen. Optisch lehnt sich Sony mit seiner Smartwatch eng an das Design der Apple Watch an. Und in Sachen Smartphone-Abhängigkeit ist man hier in gleicher Weise felsenfest gebunden: Die Sony SmartWatch 3 nutzt Android Wear und ist nur mit einem Sony Xperia kompatibel(//Update: Natürlich ist Sonys SmartWatch 3 mit jedem beliebigen Android-Smartphone kompatibel. Danke an Oliver für den Hinweis!)
Sonys starkes Argument ist der Preis: Die SmartWatch 3 ist mit Kunststoffarmband nur halb so teuer wie ihre Apple-Schwester.

 

Neue Pebble Smartwatch „Pebble Time“

Wer bei seiner Uhr auch ohne Touchscreen auskommt, kann an einer Pebble Smartwatch durchaus seine Freude haben. Von Anfang an hat das Unternehmen seine Smartwatches über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert. Auch beim aktuellen Modell ging das Konzept wieder auf: Für die Pebble Time kamen in einer Stunde über 2 Millionen US-Dollar zusammen. Nachdem das Basismodell dieser dritten Smartwatch-Generation von Pebble im Februar an den Start ging, ist seit Ende Mai auch das Nobelmodell Pebble Time Steel erhältlich. Fast unschlagbar bei der Pebble Smartwatch ist die lange Akkulaufzeit. Fitness-Apps, Kalender- und Nachrichtenfunktionen arbeiten einwandfrei. Ohne Touchscreen und Lautsprecher sind dafür Anwendungen wie Telefonieren und SMS-Tippen nicht möglich. Erfreulich hingegen: Die Smartwatch Pebble Steel ist bis 30 Meter absolut wasserdicht – also ab ins Schwimmbad! Zudem ist sie sowohl mit iOS als auch mit Android kompatibel. Somit bleibt die Wahlfreiheit, mit welchem Smartphone man seine Smartwatch bedienen möchte. Preislich liegt die Pebble Time mit Sony etwa gleichauf.

 

Samsung-Smartwatch Gear S

Wer Wert auf ein großes Display und viele Anwendungsmöglichkeiten legt, landet wahrscheinlich beim Smartwatch-Marktführer von 2014: Mit der Gear S schickte Samsung im Sommer 2014 sein neuestes Modell an den Start. Ein absoluter Mehrwert: Dank integriertem SIM-Steckplatz und WLAN kann diese Smartwatch sogar ohne ein gekoppeltes Mobilgerät zum Telefonieren, für SMS und Web-basierte Apps eingesetzt werden – quasi ein „echtes“ Smartphone am Handgelenk. Wer dennoch sämtliche Features über eine Smartphone-Koppelung nutzen will, kann dies – bedingt durch das herstellereigene OS “Tizen” – nur mit den “Galaxy”-Geräten desselben Herstellers tun.
In Sachen Akkuleistung und Bedienung lässt das Modell aber ein wenig zu wünschen übrig. Zumal der Preis für die Samsung Smartwatch ein vergleichsweise stolzer ist: Er liegt auf halbem Weg zwischen Sony bzw. Pebble und dem Basismodell der Apple Watch.

 

Prognosen für den Smartwatch-Markt: Wer macht 2015 das Rennen?

Im letzten Jahr hatte Samsung auf dem Smartwatch-Markt deutlich die Nase vorn. 1,2 Millionen Computeruhren hat der koreanische Konzert verkauft – das sind fast doppelt so viele wie beim Zweitplatzierten von 2014 Pebble mit rund 700.000 Smartwatches. Dass Apple diese Zahlen im Jahr 2015 gründlich durcheinanderwürfeln wird, ist schon jetzt abzusehen: Allein am Tag ihres Verkaufsstarts wurde die Apple Watch mehr als 1 Millionen Mal verkauft. Und Cupertino kann weiter auftrumpfen. Eigenen Angaben zufolge können die Zulieferer bis zum Jahresende bei Bedarf 40 Millionen Apfel-Smartwatches bereitstellen. Schwindelerregende Zahlen.

 

Glauben Sie noch an ein Leben ohne Smartwatch?

 

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Foto: Gstudio Group / Fotolia

About Verena Budde

Verena Budde arbeitet seit 2012 für Dice. Als Marketing Executive betreut sie nun seit 2014 den deutschen Markt. Sie arbeitet eng mit dem Account-Management-Team zusammen, um die deutsche Tech-Gemeinschaft optimal mit den Kunden zusammenzubringen. Durch diesen Kontakt zu Unternehmen und IT-Profis hat sie die neuen IT-Entwicklungen und Themen immer im Blick. Mit einem sicheren Gespür für Trends pflegt sie die Social-Media-Programme und die Tech News. Außerdem ist sie für das Planen, Erstellen und Analysieren von E-Mail-Kampagnen zuständig und organisiert das Sponsoring sowie verschiedene Events in ganz Deutschland.

6 Responses to Dank Apple Watch boomt der Smartwatch-Markt – hat die Konkurrenz Chancen?

  1. Oliver 10. June 2015 at 11:39 #

    “Die Sony SmartWatch 3 nutzt Android Wear und ist nur mit einem Sony Xperia kompatibel.”

    Sorry aber das ist einfach falsch. Die Sony Smartwatch 3 ist wie jede andere Uhr mit Android Wear mit jedem Android Smartphone kompatibel.

    • IT Job Board 10. June 2015 at 16:43 #

      Hallo Oliver,
      vielen Dank für den Hinweis. Du hast natürlich Recht, da waren wir bei der Recherche wohl nicht gründlich genug.
      Der Fehler wurde korrigiert.

  2. Raschid 11. June 2015 at 12:13 #

    Ich glaube nicht, dass viele “Nicht-Uhrenträger” jetzt auf ein Mal anfangen sich dicke Smartwatch-Klötze an ihr Handgelenk zu hängen. Mir persönlich ist der nutzen der Geräte überhaupt ein Fragezeichen. Für was eine Smartwatch, wenn man schon ein Smartphone in der Tasche hat? Können die irgendwas besser als ein Smartphone?

  3. Angela 13. August 2015 at 23:09 #

    Hallo, die Smartwatch hat bestimmt ihre Berechtigung und wird sich neben den klassischen Uhren etablieren. Besonders für Technik Freunde und die Handy Generation ein must have.
    lg

  4. Freddy 28. August 2015 at 10:28 #

    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Smartwatches nur ein vorübergehender Hype sind. Die einzige Chance für Smartwatches sich ernsthaft durchzusetzen sehe ich erst dann, wenn Sie immens größere Akkulaufzeiten haben oder sogar mit Solar funktionieren und wirklich das Handy (falls hier mal der Akku leer geht) ersetzen können.

  5. Enrique Mcaboy 21. October 2017 at 12:25 #

    Sehr informativer Beitrag! Vielen Dank fürs teilen!

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