Diese Skills brauchen Sie für einen Traumjob in der Games Industrie

Mario hat einen Traumjob in der Games Industrie

Viele, die heute ihre Brötchen am Computer verdienen, haben auch schon ihre Jugend vor der Kiste verbracht. Ganze Nächte wurden damals durchgezockt, die PCs mitsamt schwerem Bildschirm in den Partykeller des Kumpels getragen und Lan-Party mit Diablo, C&C und Konsorten gefeiert. Viele träumten damals von einem Job in der Games Industrie – als Entwickler, Programmierer oder – am besten – Beta-Tester. Welche Skills braucht es wirklich, um an begehrte Jobs in der Games Industrie zu gelangen?

 

Neue Geräte, neue Spiele, neue Jobs

Seit unseren Keller-Lan Parties hat sich die Games Industrie stark weiterentwickelt. In Zeiten von W-Lan, leistungsstarken Laptops und vor allem mobilen Pads und Pods aller Art hat sich das Spielerverhalten verändert. Multiplayer-Spiele sind ohne langwierige Verkabelungs- und Neuinstallationsorgien einfach eingerichtet oder finden einfach gleich online statt. Dank der weit verbreiteten Handyspiele zocken mittlerweile auch nicht mehr nur Jungs zwischen 15 und 29. Der Bundesverband interaktive Unterhaltungssoftware informiert, dass 2016 fast jeder zweite Deutsche gelegentlich oder regelmäßig spielte. Diese technische und inhaltliche Entwicklung der Spiele hat natürlich Einfluss auf die Art der Mitarbeiter, die gebraucht und die Skillsets die verlangt werden.

 

Der kreative Geist: Der Game Designer

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Während einerseits das Casual Gaming mit dem hundertsten Klon von uralten Klassikern boomt, nimmt andererseits auch der Erfolg von packenden Singleplayer-Games zu. Denn wer ernsthaft zockt, legt auch Wert auf eine großartige Story. Die Grenzen zwischen Spiel und Spielfilm werden dadurch immer durchlässiger. Berühmte Schauspieler schlüpfen in die Rollen von Spiel-Charakteren, man denke an Kevin Spacey als Jonathan Irons in Call of Duty Advanced Warfare, um nur einen zu nennen. Die IMDb hat eine eigene Kategorie für Videospiele und die kreativsten Strategie- oder Rollenspiele werden mittlerweile sogar im altehrwürdigen Zeitungs-Feuilleton besprochen. Den Grundstein für eine solche Story legt der relativ junge Beruf des Game-Designers. Er entwickelt die Storyline und die Umwelt in der geballert, aufgebaut oder gerätselt wird. Er macht sich Gedanken über zugrundeliegende Regeln und Spielmechaniken und muss seine Ideen ähnlich wie ein Regisseur dem Team auf der Produktionsebene vermitteln.

Diese Skills braucht ein Game Designer

Da es viel Arbeit ist, eine ganze Welt zu erfinden, geschieht dies häufig nicht alleine sondern in einem Team aus anderen Game Designern mit verschiedenen Schwerpunkten. Entsprechend viel Zeit wird in Meetings und Brainstorming-Runden verbracht. Spaß an Kommunikation und Teamarbeit ist also ein Muss. Egal, ob ein einfaches Browser-Game oder ein anspruchsvoller Ego-Shooter entwickelt werden soll: Ein Game Designer muss ein grundlegendes Verständnis für die technische Seite der Spiele-Entwicklung mitbringen und dafür, was mit den aktuellen Engines umgesetzt werden kann. Programmierkenntnisse sind daher von Vorteil – sie helfen auch, Ideen in selbst erstellten Prototypen schnell auszuprobieren. Die Vorstellungskraft dafür, wie sich bestimmte Ideen realisieren lassen, wird auch durch die Erfahrung mit verwandten Techniken wie Kameraführung, Fotografie und Beleuchtungstechnik geschult. Aber am wichtigsten für diesen Job ist die Fähigkeit, die Ideen für Plots und Charaktere strukturiert und anschaulich kommunizieren zu können. Wie in einem Drehbuch muss festgehalten werden, was wann wie passieren soll – und zwar so, dass es die Programmierer und Grafiker hinterher auch umsetzen können. Nachweisen lassen sich diese Skills meist nur durch die entsprechende Berufserfahrung oder eine zielgerichtete Ausbildung. Wer Game Designer werden will, muss das von langer Hand planen. Ein Quereinstieg ist höchstens aus dem Bereich Film oder Regie möglich.

 

Der Künstler: Der Game Artist

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Damit ein Spiel nicht nur aus einer schönen Geschichte und blanken Mechaniken besteht, gibt es den Gestalter oder Game Artist. Er sorgt dafür, dass es auch etwas zum Ansehen gibt und legt den visuellen Stil eines Games fest. Hier werden Zombies designt und Rüstungen gezeichnet, und auch die Gestaltung der Menüs und Interfaces wird vom Game Artist übernommen. Look and Feel eines Games werden von der Artist-Abteilung grundlegend mitbestimmt.
Nicht zu vergessen ist auch das Komponieren und Erstellen von Musik und Soundeffekten, die ebenfalls in die große Kategorie des Art Designers fallen – natürlich macht auch hier nicht einer alles und es gibt entsprechende Spezialisierungen.

Diese Skills braucht ein Game Artist

Anders als im Game Design werden hier harte Skills abgefragt: Kenntnisse in den entsprechenden Softwares wie 3D Studio MAX, Maya oder Photoshop sollten definitiv vorhanden sein, bevor man sich auf eine Stelle als Game Artist bewirbt. Man muss in der Lage sein, die verbal kommunizierte Vision der Game Designer und Autoren in etwas Grafisches umzusetzen. Ohne schnelles Denkvermögen und Kreativität geht hier nichts. Das gilt auch für den Sound und FX-Designer, sowie natürlich für den Komponisten. Auch die Klangkünstler müssen ein grundlegendes Verständnis für die Funktionsweise von Game Engines mitbringen und sich natürlich mit ihren Audio-Tools auskennen. Mögliche Ausbildungsberufe sind hier wahlweise Mediengestaltung, Grafik- oder Kommunikationsdesign oder ein Studium in Audiodesign bzw. Erfahrung als Mediengestalter für Ton und Film.

 

Der Handwerker: Der Games Programmierer

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Es ist ein harter Job, aber irgendjemand muss ihn machen: Die Ideen und Vorgaben der Game Designer umsetzen und das Spiel Stück für Stück aufbauen. Der Programmierer kommuniziert eng mit den anderen Abteilungen und fügt die verschiedenen Bestandteile zu einem fertigen Produkt zusammen. Seitdem sich die Verwendung von Spiele-Engines durchgesetzt hat, muss das technische Grundgerüst selten neu erfunden werden. Darauf aufbauend wird dann das Spiel umgesetzt und viel viel Code geschrieben.

Diese Skills braucht ein Games Programmierer

Neben dem Beherrschen der geläufigen Programmiersprachen ist ein Verständnis für die jeweilige Spieleplattform unabdingbar – es ist natürlich ein riesiger Unterschied, ob für Smartphone, Konsole oder Browser programmiert wird. Die gängige Engine, ob Unreal, CryEngine oder Unity gehört ebenfalls zum Handwerkszeug des Programmierers. Eine enge Zusammenarbeit mit den Games- und Leveldesignern sowie der Concept Art- Abteilung ist das A und O. Ohne die entsprechenden Softskills geht es also auch als Programmierer nicht. Den Einstieg findet man hier mit einem Abschluss als Fachinformatiker in der Anwendungsentwicklung oder Systemintegration. Auch Web-Development oder Medieninformatik sind eine gute Grundlage für eine Aufgabe als Games Programmierer.

 

Welches ist Ihr Traumjob in der Games Industrie?

Natürlich gibt es noch viele weitere Aufgabenbereiche rund um das digitale Spiel – es gibt Producer, Manager, Übersetzer, Marketer und, und, und. Die fortschreitende Spezialisierung im Games-Sektor macht den Quereinstieg vor allem im technischen Teil zunehmend schwer. Stattdessen bereiten deutschlandweit über 150 spezialisierte Studiengänge die Studierenden gezielt auf einen Job in der Games Industrie vor. Die wenigsten dieser Studiengänge sind öffentlich, die Seite Ausbildungskompass Games informiert über die Möglichkeiten. Den Ausbildungsmarkt dominieren derzeit private Hochschulen. In der Games Academy in Frankfurt und Berlin beispielsweise kann man aus den Studiengängen Game Design, Digital Art, Programmieren und Produktion auswählen. Sie zählt zu einer der bekanntesten Hochschulen im Games-Sektor. Die gute Ausbildung hat aber natürlich ihren Preis – im Infopaket zur Anmeldung ist nicht umsonst ein eigenes Dokument mit dem Titel „Finanzierungsmöglichkeiten“ enthalten.

 

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Fotos: Pixabay, biu-online.de/themen/berufsbilder

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