Löschen Sie diese 4 Dinge aus Ihrem IT-Lebenslauf

CV mit Schreibmaschine? Was Sie aus Ihrem IT-Lebenslauf löschen sollten - Dice

Die Tech-Welt und das Internet stehen nie still. Sie entwickeln sich so schnell weiter wie kaum etwas anderes. Auf der Höhe der Zeit zu sein, ist hier in jeder Hinsicht eine Grundvoraussetzung. Das gilt auch für Ihren IT-Lebenslauf. Er spiegelt wider, ob Sie mit Ihren Kenntnissen und Skills im Jetzt angekommen sind. Sendet Ihr CV die richtigen Signale? Diese vier Dinge sollten Sie aus Ihrem Lebenslauf als IT-Profi schnellsten löschen – um nicht als Dinosaurier der grauen Vorzeit zu wirken.

 

Programmierer oder Entwickler? Die Zeiten ändern sich – auch beim Lebenslauf in der IT

Eine Abgrenzung zwischen Programmierer und Entwickler wird heute so gut wie gar nicht mehr vorgenommen. In der IT-Branche wird mit zunehmender Komplexität der Software immer deutlicher, dass eine Trennung in eine rein planende Instanz (Entwickler) und eine rein ausführende Instanz (Programmierer) schlicht und einfach nicht funktioniert. Wer programmieren will, muss auch Strukturen verstehen – und umgekehrt.

In wenigen Fällen werden interne Hierarchien in Unternehmen und entsprechend auch die Aufgabenbereiche durch die Abstufung zwischen Entwickler und Programmierer noch immer voneinander abgesetzt. Doch der Trend ist klar und deutlich: der Begriff Programmierer ist überholt. Wagen Sie doch mal ein Experiment und vergleichen Sie die Anzahl der Jobangebote in der Dice-Jobdatenbank: Das Ergebnis spricht für sich…

 

COBOL und Fortran? Veraltete IT-Kenntnisse im Lebenslauf

Kenntnisse in COBOL und Fortran? Wollen Sie Ihren Lebenslauf nicht gleich mit Schreibmaschine schreiben und per Brieftaube einsenden? Zugegeben: In bestimmten Anwendungsbereichen können Kenntnisse in älteren Programmiersprachen bei der Bewerbung ein paar Extrapunkte einbringen. In der Wissenschaft wird speziell Fortran als Nischen-Programmiersprache nach wie vor verwendet. Prinzipiell gilt aber: Was für den angestrebten Job nicht relevant ist oder allgemein als überholt angesehen wird, gehört nicht in den IT-Lebenslauf. Bleiben Sie auf dem Laufenden und achten Sie auf aktuelle Entwicklungen und Trends – in kaum einer anderen Branche ändern sich die alltäglichen Werkzeuge schneller als in der Informatik. Wer sich vor Neuem verschließt, gehört bald zum alten Eisen und wird als Dinosaurier belächelt. Wer sich in der IT-Welt behaupten will, sollte seinen IT-Lebenslauf auf überholte Werkzeuge (z. B. alte Programmiersprachen wie COBOL und Fortran) durchsuchen und diese schnellstmöglich löschen. Das Gleiche gilt für Zertifikate: Kein Personaler interessiert sich für den Computerführerschein aus der Schulzeit. Doch welche Skills gehören in den Lebenslauf?

 

Word, Java, Powerpoint, SQL… Welche Skills gehören in den IT-Lebenslauf?

Ihr Lebenslauf soll Ihre Talente widerspiegeln – unbedeutend grundlegende Kenntnisse haben in Ihrem Profil allerdings nichts verloren. Von Word, Excel oder Powerpoint wollen wir hier gar nicht erst reden – diese zu beherrschen ist für IT-Profis selbstverständlich. Die absoluten Basics im Programmieren, Soft-Skills im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten sowie ein grundlegendes Hardwarewissen sollten in Ihrem IT-Lebenslauf nur kurz erwähnt werden. Wer diese Grundkenntnisse zu sehr betont wirkt schlichtweg unprofessionell. Löschen Sie unbedeutende Skills am besten direkt aus ihrem IT-Lebenslauf. Natürlich ist es erstrebenswert, möglichst viele relevante IT-Kenntnisse in ihrem Lebenslauf zu erwähnen. Bleiben sie bei Ihrer Selbstbeschreibung aber knapp und sachlich: „Fortgeschrittene Kenntnisse in SQL und NoSQL“ liest sich für jeden Personaler angenehmer als „Perfekter Umgang mit relationalen Datenbanken (DB2) sowie mit nicht-relationalen, strukturierten Datenbanken (Couchbase und MongoDB)“.

Zudem ist es wichtig, nur die für den angestrebten Job relevanten Skills zu erwähnen. Wenn Sie gut im Recherchieren von Fachartikeln sind, wird Ihnen das bei der Arbeit als IT-System-Administrator nicht wirklich helfen. Seien Sie zudem bei der Einschätzung ihrer Fähigkeiten realistisch. Das Konzept „Act as if“, besser bekannt unter „fake it ‘til you make it“, funktioniert bei IT-Jobs grundsätzlich nicht.

 

QS oder QA? Überholte IT-Berufsbezeichnungen & Akronyme im Lebenslauf

Im heutigen Arbeitsmarkt wird vieles standardisiert und globalisiert. Nicht nur Produktionsabläufe sind von diesem Phänomen betroffen, sondern auch Berufsbezeichnungen. Hier zwei Beispiele:

früher heute
Verkaufsleiter General Sales Director/Manager
Personalchef Director of Human Ressources

Kennen Sie ihre aktuelle Berufsbeschreibung? Sind Sie sicher? Auch die heutige Bezeichnung Ihrer früheren Positionen? Viele Bezeichnungen und deren Akronyme haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Ein Beispiel: was früher QS (Qualitätssicherung) war, heißt heute QA (Quality Assurance).

Nicht nur die Änderung von Deutsch zu Englisch ist hierbei ein Thema, auch grundlegende Änderungen der Berufsbezeichnung sind gang und gäbe. Tipp: Suchen Sie eine aktuelle Jobausschreibung für einen passenden Job als Vorlage und gleichen Sie die Fachbegriffe, Skills und Abkürzungen mit Ihrem Lebenslauf ab. Löschen Sie veraltete Bezeichnungen aus dem Lebenslauf, oder Ihr Profil wirkt gleich auf den ersten Blick out-dated.

Vermeiden Sie allerdings unnötige Anglizismen, nicht nur für dienstältere IT-Kollegen wirkt das schlichtweg peinlich.

 

Was darf? Was muss? Die wichtigsten Dinge für ihren IT-Lebenslauf zusammengefasst

Das Wichtigste ist und bleibt Aktualität. Wer nicht auf dem Laufenden ist und die aktuellen Entwicklungen und Trends nicht kennt, der kann sich vom IT-Job verabschieden. Dazu zählt nicht nur das Wissen, dass man ein „Entwickler“ und kein „Programmierer“ ist, sondern ebenso das Löschen veralteter Skills aus dem IT-Lebenslauf. Nur was relevant ist, kommt in den CV – Kenntnisse in Word und Powerpoint sind selbstverständlich und werden nicht erwähnt. Der Lebenslauf ist klar, sachlich und strukturiert, für detailreiche Beschreibungen der eigenen Fähigkeiten bleibt Zeit im Vorstellungsgespräch. Um den richtigen Job zu finden, sollten Sie auch ihre korrekte Berufsbezeichnung kennen. Vom Junior Clerk zum International System Coordinator ist es ein weiter Weg. Vergleichen Sie ihren IT-Lebenslauf mit einem ähnlichen CV und suchen Sie nach Unterschieden. Achten Sie zudem auf die Richtigkeit der Akronyme.

 

Ihre Berufsbezeichnung ist auf dem modernen Stand? Ihre Skills sind up-to-date? Dann jetzt gleich auf Dice nach dem passenden IT-Job suchen!

 

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Foto: michaklootwijk / Fotolia

About Verena Budde

Verena Budde arbeitet seit 2012 für Dice. Als Marketing Executive betreut sie nun seit 2014 den deutschen Markt. Sie arbeitet eng mit dem Account-Management-Team zusammen, um die deutsche Tech-Gemeinschaft optimal mit den Kunden zusammenzubringen. Durch diesen Kontakt zu Unternehmen und IT-Profis hat sie die neuen IT-Entwicklungen und Themen immer im Blick. Mit einem sicheren Gespür für Trends pflegt sie die Social-Media-Programme und die Tech News. Außerdem ist sie für das Planen, Erstellen und Analysieren von E-Mail-Kampagnen zuständig und organisiert das Sponsoring sowie verschiedene Events in ganz Deutschland.

7 Responses to Löschen Sie diese 4 Dinge aus Ihrem IT-Lebenslauf

  1. rainer 21. September 2015 at 12:17 #

    Liebe Verena, das ist ein sehr netter Artikel!

    Ich würde auch sagen: Streicht COBOL aus Eurem Profil. Dann bleibt mehr Arbeit für mich ;)
    Interessant ist es aber schon, daß die jungen Leute so schlecht informiert werden.
    Ohne COBOL würde keine Versicherung mehr laufen, kein VW, Porsche, Audi oder BMW mehr gebaut werden können, die Bahn würde aber auch nicht mehr fahren und 1000de Beispiele mehr.
    Viele Grüße
    Rainer (fast 60)

    • Tomasina 28. May 2018 at 1:24 #

      Genau das gleiche habe ich auch gedacht :) Man könnte noch die Bankensoftware erwähnen, die überwiegend in Cobol geschrieben ist und bis jetzt noch eingesetzt wird.
      Aber ist okay, in der beschränkten Welt der Akronyme, Trends und Marketing Executivas sind Skills wie Cobol oder z.B. AS400 unnütz im Vergleich zu SQL, oder Android :D

      Man sollte niemals seine Fähigkeiten und erworbene Kenntnisse, vor allem Programmiersprachen streichen, nur weil die up-dated Directors of Human Ressources nicht in der Lage sind Fachbegriffe, die sie nicht kennen zu googeln.Hängt ja von dem Verwendungszweck ab, der hier scheinbar völlig ignoriert wird. Aber ist irgendwie lustig, dass man Cobol und Fortran löschen soll und Sql nicht :D

  2. Tobi 27. September 2015 at 10:05 #

    In der Tat. Auch die Banken wären ohne COBOL schlecht dran. Wir suchen schon seit Monaten neue Mitarbeiter die COBOL können, finden aber niemanden :(

    • Thorsten 19. November 2015 at 14:55 #

      Bitte einfach mal an der richtigen Stelle suchen. Und warum muss es immer eine Festanstellung sein? Mit dem richtigen Partner geht es doch auch.

  3. Gemini 1. November 2015 at 15:01 #

    Natürlich funktioniert “Fake it till you make it” immer, man darf nur nicht übertreiben. Ich denke jeder kennt einen Kollegen, von dem man denkt “wie ist der bloss zu seinem Job gekommen…”

    Und dieser Bullshit Talk, vom “Director of Human Resources” anstatt Personalchef, ist das nicht auch schon längst aufgeflogen ???

  4. mensmaximus 20. November 2015 at 13:36 #

    Ich persönlich finde es falsch Dinge zu streichen. Sie sprechen selbst davon, des Entwicklung und Programmierung nicht mehr getrennt werden.

    In dem Fall ist mir eine Person, die Pascal, Cobol, Assembler, C, Perl, PHP und Python gelernt hat tausendmal lieber als eine, die zwar Node.js ‚spricht‘ sonst aber nur PHP kann. Wer mehr Sprachen erlernt hat ist in der Regel vielseitiger weil er unterschiedlich denken musste.

    Dabei ist es egal ob die einstigen Hochsprachen der IT heute nur noch punktuell benötigt werden. Das ist so ähnlich als wollte man dem Lateiner eine tote Sprache vorwerfen, die aber den Grundstock vieler anderer Sprachen und deren Grammatik bildet. Ich empfehle allen Bewerbern Ihre Kenntnisse bewusst darzustellen und nichts zu streichen.

    Wer allerdings nur Assembler kann, hat es in Zeiten von Webapplikationen ein Problem.

  5. Paul 16. July 2016 at 19:05 #

    Ich kann meine Vorredner nur unterstützen.
    Wer keine Zeit hat als Personaler mein Profil zu lesen, kann sich gleich schleichen. Wer si ignorant ist, hat keine Zukunft. Es werden noch lange Menschen sein die entwickeln und dabei Visionen umsetzten werden. Die Futuristen die glauben dass nur noch Roboter alles erledigen, frage ich wer das bezahlen soll, wenn meine Arbeitskraft nicht mehr benötigt wird. Das wird sich sowieso alles automatisch regeln. So wie die Natur es auch tut.

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