Konflikte am Arbeitsplatz lösen: 5 goldene Regeln

Konflikte am Arbeitsplatz lösen

Wenn es auf der Arbeit zu sehr „menschelt“, kann es schon mal anstrengend werden. Um einem den Spaß an der Arbeit zu vermiesen, muss es gar nicht erst zu Mobbing am Arbeitsplatz kommen. Schon das ungute Gefühl, dass Kollegin X gerade schlecht auf einen zu sprechen ist oder dass Kollege Y vielleicht hinter dem Rücken über einen lästert, sorgt für unterschwellige bis offen ausgetragene Konflikte im Kollegenkreis. Hier finden Sie fünf goldene Regeln, um Konflikte am Arbeitsplatz zu lösen oder – am besten – gar nicht erst entstehen zu lassen.

 

#1 Nobody’s perfect – versuchen Sie, sich zu entspannen

Die Menschen sind unterschiedlich und Kollegen ganz besonders. Oft ist eine Bürogemeinschaft eine Mischung verschiedenster Charaktere, die sich privat wahrscheinlich wenig zu sagen hätten. Da sitzt der notorische Besserwisser neben der, die immer ein Haar in der Suppe findet und über den Flur hört man in regelmäßigen Abständen den Choleriker aus dem anderen Büro zetern. Dazu kommt, dass auch Kollegen nur Menschen sind und manchmal einfach einen schlechten Tag haben. Vielleicht gab es Stress zu Hause, das Auto hat einen teuren Parkrempler oder es ist mal wieder Montag. Dinge passieren. Trotzdem müssen Sie rund acht Stunden am Tag miteinander auskommen. Versuchen Sie also, möglichst geduldig mit den Eigenarten und Flausen Ihrer Bürokollegen zu sein. Nehmen Sie nicht jeden komischen Blick persönlich und sehen Sie dem Mitarbeiter eine ungeschickte Wortwahl auch mal nach. Wenn Ihre Grenzen aber überschritten werden, kommunizieren Sie das in einer ruhigen Minute möglichst sachlich, damit auch in Ihnen keine Konflikte zu brodeln beginnen.

 

#2 Richtig kommunizieren um Missverständnisse zu vermeiden

Eine der häufigsten Ursachen für Konflikte am Arbeitsplatz sind Missverständnisse. Man ist sauer auf den Kollegen, der seine Aufgabe mal wieder zu spät abliefert, oder anders als Sie es sich gewünscht hätten. Nun muss sich das ganze Team auf ihn einstellen und die Überstunden winken schon. Die klare Kommunikation von Erwartungen und Aufgaben im Vorfeld kann Wunder wirken, um Konflikte am Arbeitsplatz zu vermeiden. Das bedeutet auch: So zu kommunizieren, dass das Gegenüber Sie auch verstehen kann. Auch wenn es extra Aufwand für Sie bedeutet, gehen Sie auf Ihre Kollegen ein. Wenn es darum geht, eine gemeinsame Aufgabe zu planen, ziehen Sie sich in ein ruhiges Zimmer zurück und besprechen Sie die Details. Wenn Sie klare Vorstellungen von etwas haben, äußern Sie diese. Geben Sie beispielsweise einen konkreten Zeitpunkt als Deadline an, statt nur um „zeitnahe Erledigung“ zu bitten. Dann weiß Ihr Gegenüber auch genau, was Sie erwarten und kann sich danach richten.

 

#3 Konstruktives Feedback statt Kritik

Kritisieren will gelernt sein und wird oft anders aufgefasst, als eigentlich gemeint. Kritik, die eigentlich konstruktiv gedacht war, wird vom Kritisierten als Angriff oder Vorwurf empfunden. Das Ergebnis: Der kritisierte Kollege setzt sich nicht mit dem sachlichen Inhalt auseinander, sondern ist zukünftig schlecht auf Sie zu sprechen. So haben Sie doppelt verloren – es herrscht schlechte Stimmung und das Problem ist trotzdem nicht gelöst. Versuchen Sie also, Kritik eher in Form von konkreten Verbesserungsvorschlägen zu äußern, statt in verallgemeinernden und negativen Aussagen. Eine Formulierung wie „Ich finde, wenn du jetzt noch das Bild auf Folie 3 weglässt, ist die Präsentation perfekt“ wirkt auf jeden Fall hilfreicher, als „Deine Präsentationen sind irgendwie immer so vollgestopft“. Achten Sie auch auf den richtigen Zeitpunkt – es ist eher schlechter Stil, Ihren Kollegen vor versammelter Mannschaft zurechtzuweisen und ihn so möglicherweise zu demütigen. Insgesamt gilt: Überlegen Sie immer, ob Ihre Kritik überhaupt angebracht ist! Ist es wirklich so entscheidend, dass Sie sich einmischen müssen? Oder halten Sie sich vielleicht doch lieber vornehm zurück und warten, bis nach Ihrer Meinung gefragt wird?

 

#4 Geteilter Meinung zu sein ist normal

Die Idee, dass immer alle Entscheidungen im Team einstimmig getroffen werden müssen, ist eine Illusion. Es wird immer Momente geben, an denen man nicht einer Meinung ist. Das wichtige ist, wie man damit umgeht, ohne dass die Meinungsverschiedenheit persönlich wird. Das Problem: Meistens glauben beide Parteien, im Recht zu sein und rücken auch nicht davon ab, egal welche Argumente die jeweils andere Seite vorbringt. Gar nicht selten liegt das daran, dass tatsächlich beide Recht haben – aber von unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen. Versuchen Sie in solchen Fällen, die zugrundeliegenden Annahmen aufzudecken. So findet man viel schneller einen Kompromiss. Insgesamt gilt: Wenn Sie in so eine Situation geraten, ist es das Wichtigste, Ruhe zu bewahren. Lassen Sie sich vom Gegenüber nicht in Detailfragen verheddern sondern versuchen Sie, bei der Sache zu bleiben. Das bedeutet auch: Sachlich bleiben. Denken Sie ehrlich darüber nach, ob der Kollege mit seiner Ansicht nicht vielleicht doch richtig liegt – wäre es nicht besser, ihm wenigstens etwas entgegenzukommen? Nein? Wenn es sich um ein wichtiges Thema handelt, das nicht unentschieden ausgehen kann, einigen Sie sich darauf, eine dritte Meinung einzuholen. Wenn es nur darum geht, welchen Kaffee man für die Pause besorgt, lebt es sich viel entspannter mit einem „let’s agree to disagree!“.

 

#5 Persönliche Probleme zügig ansprechen

Sie waren mit Ihrem Kollegen eigentlich noch nie so richtig auf einer Wellenlänge, aber jetzt wird die Arbeitsbeziehung unangenehm. Der Kollege schneidet Sie, kritisiert Sie ständig und will Ihnen vermeintlich Böses. Was tun? Es kostet etwas Überwindung, aber warten Sie nicht, bis die Sache eskaliert, sondern suchen Sie bei der nächsten guten Gelegenheit das persönliche Gespräch. Warten Sie auf einen Moment, an dem Ihr Kollege in eher guter Stimmung ist und sprechen Sie ihn auf die Situation an. Vermeiden Sie dabei aber Beschuldigungen wie „Sie haben“, „Sie machen immer“ und so weiter. Auch wenn es Ihnen viel abverlangt, schildern Sie die Situation aus Ihrer Warte und bemühen Sie sich um Freundlichkeit und Sachlichkeit. Schildern Sie, wie es Ihnen geht und versuchen Sie gemeinsam, der Sache auf den Grund zu gehen. Vermutlich wird der verstimmte Kollege auch Kritik an Ihnen haben – versuchen Sie diese anzunehmen und dann fangen Sie von vorne an. Tragen Sie keine alten Verfehlungen nach, sondern begraben Sie das Kriegsbeil. Hilft das alles nicht, müssen Sie einen neutralen Mediator hinzu rufen. Je nach Schwere des Konflikts kann das auch der Teamleiter sein.

 

Die Platinregel lautet: Kommunikation geht in beide Richtungen

Um ehrlich zu sein gibt es bei Konflikten am Arbeitsplatz nur eine einzige Regel, auf die sich alle goldenen Regeln herunterbrechen lassen: Kommunikation. Was viele vergessen: Gute Kommunikation besteht nicht nur aus sprechen, sondern zu großen Teilen aus richtigem Zuhören. Lassen Sie sich auf Ihre Kollegen ein, nehmen Sie sie ernst und versuchen Sie wirklich, sie zu verstehen. So lassen sich die meisten Konflikte am Arbeitsplatz lösen oder sogar vermeiden.

 

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Foto: Gratisography

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