IT-Freelancer werden – diese Skills brauchen Sie

Freelancer werden

Eine Wunschvorstellung für viele: Freelancer werden, sein eigener Chef sein, mit spannenden Projekten Geld verdienen. Aber wie schafft man den Übergang vom angestellten Entwickler bzw. Programmierer zum IT-Freelancer? Nicht jeder ist dafür geschaffen. Wir schauen uns die wichtigsten Fallstricke auf dem Weg zur Selbständigkeit an und untersuchen, welche Skills Sie dafür brauchen. Haben Sie das Zeug zum Freelancer? Nach der Lektüre dieses Artikels wissen Sie es.

 

Wichtig auf dem Weg zur Selbständigkeit: Organisationstalent

Natürlich ist es für einen IT-Freelancer zuallererst wichtig, dass er seinen Beruf beherrscht und über ausreichend Erfahrung in seinem Fachgebiet verfügt. Aber es gibt noch ein paar zusätzliche Aufgaben, die man als Freelancer im Vergleich zum Angestellten bewältigen muss. Um erfolgreich zu sein, bedarf es zuallererst der Fähigkeit zur Selbstorganisation. Sein eigener Chef zu sein bedeutet nämlich leider auch, dass man in der Lage sein muss, streng mit sich selbst zu sein. Eine wichtige Rolle spielt hier die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen – und sie dann auch einzuhalten.
Das gilt beispielsweise für die Frage, welche Aufgaben man selbst übernimmt und was man besser abgibt – an die Buchhalterin oder den Steuerberater beispielsweise. Man muss ja nicht alles selbst können – aber man muss sich darum kümmern, dass bestimmte Sachen erledigt werden.
Etwas Struktur und Organisation ist auch für den leider unabwendbaren Papierkram notwendig. Im Ernst, Sie ersparen sich viele graue Haare, wenn Sie schnell ein funktionierendes System für die Ablage von Rechnungen und Belegen einführen – statt regelmäßig am Jahresende in Panik zu geraten, weil sie diese verflixte Rechnung vom März nicht mehr finden.

 

Was erledige ich wann? Zeitmanagement ist unerlässlicher Skill für Freelancer

Ist das jetzt wichtig oder dringend? Kann das bis nächste Woche warten oder erledige ich das am besten sofort? Zeitmanagement und – auch wenn es ein bisschen kleinkariert klingt – Selbstdisziplin sind unerlässliche Skills für jeden Freelancer. Gehörig Spaß (oder wenn es haarig wird, zumindest Motivation) am eigenen Job sind ebenso wichtig, wenn es darum geht, morgens zeitig aufzustehen und sich an die Arbeit zu machen, obwohl kein Chef die Stirn runzelt wenn man zu spät im Büro auftaucht. Zu den halbwegs geregelten Arbeitszeiten, die man sich als IT-Freelancer selbst auferlegen sollte, gehört auch der Feierabend. Eine gesunde Portion Selbstdisziplin hilft, den Laptop abends zuzuklappen statt „nur noch kurz“ dieses eine Problem zu lösen.
Sie werden merken: am nächsten Morgen, wenn Sie ausgeschlafen und frisch motiviert sind, gelingt es Ihnen ohnehin viel besser. Beim Feierabend machen helfen natürlich auch feste Hobbies und ein stabiles soziales Umfeld, die einen daran erinnern, dass die Arbeit vielleicht doch nicht alles im Leben ist.

 

Kommunikationstalent: Ein oft unterschätzter Skill bei IT-Freelancern

Kommunikationstalent und soziale Kompetenzen sind ein oft unterschätzter Skill bei IT-Freelancern. Schließlich muss man seine Aufträge und Projekte erst einmal an Land ziehen. Um sich und seine Dienstleistungen erfolgreich an den Kunden zu bringen ist ein gewisses Maß an Charme nicht fehl am Platz. In der Regel arbeitet man als IT-Freelancer mit Kunden zusammen, die sich mit der Materie deutlich schlechter auskennen als man selbst. Dennoch sind sie natürlich hochinteressiert und wollen genau wissen, was man da macht und warum das eigentlich seinen Preis kostet. Da ist Kommunikationstalent gefragt, um seine Arbeit dem fachlichen Laien verständlich zu vermitteln – ohne ihn mit Fachchinesisch und Fremdwörtern „totzulabern“.
Beim Verhandeln mit dem Kunden ist auch eine gehörige Portion Selbstbewusstsein nicht verkehrt, wie Freelancer verraten. Man sollte nicht zu jeder Idee des Kunden Ja und Amen sagen, sondern ihm mit Sachverstand eine schlechte Idee auch mal ausreden können.
Schließlich sind Sie immer noch der Experte!

Freelancer müssen gut kommunizieren

 

Die Zeit der Abrechnung: Stundensatz berechnen und Arbeitszeit überwachen

Für Anfänger in der freiberuflichen Tätigkeit immer ein schwieriges Thema: Die Rechnung. Viele Anfänger machen den Fehler, sich zunächst unter Wert zu verkaufen und unverhältnismäßig günstige Stundensätze zu berechnen. Dafür finden sie und ihre Auftraggeber natürlich immer wieder Ausflüchte wie „ich muss ja erst noch Erfahrung sammeln“ oder „naja, wir kennen uns ja schon“, oder gar „der Kunde macht sich so gut im Portfolio“. Damit schadet man sich (und den Kollegen) jedoch langfristig selbst, indem man erstens die Preise verdirbt und zweitens den Eindruck vermittelt (noch) nicht professionell zu arbeiten.

Haben Sie das Selbstbewusstsein, marktübliche Preise zu verlangen! Informationen zu durchschnittlichen Stundensätzen finden Sie hier.

Und denken Sie daran, dass man als Freelancer ganz andere laufende Kosten hat, als ein Angestellter. Das fängt bei der Krankenversicherung an und hört bei der Einkommenssteuer noch lange nicht auf. Auch Arbeitsplatz, Programme, Rücklagen für Auftragsflauten und und und müssen bezahlt werden – und dann will man ja auch noch etwas dabei verdienen!
Zu einer seriösen Rechnung gehört auch, dass Sie die geleistete Arbeitszeit nicht Pi mal Daumen abschätzen und aufrunden, sondern möglichst genau angeben. Mit den Tracking-Programmen, die es auch browserbasiert und unentgeltlich gibt, ist das eigentlich ein Leichtes. Und schließlich – ja, das soll es immer wieder geben – denken Sie daran, rechtzeitig nach Abschluss des Projektes Ihre Rechnung zu stellen – und keine Angst, Mahnungen an säumige Zahler zu versenden!

 

Neugierig und fachlich stets am Ball bleiben – auch als IT-Freelancer

Als angestellter ITler wird man hin und wieder zu Fortbildungen geschickt oder kann die Teilnahme an Konferenzen und Workshops eigeninitiativ beim Chef beantragen. Als Freelancer muss man sich selbst darum bemühen, den fachlichen Anschluss nicht zu verlieren. Dabei ist die fest eingeplante regelmäßige Teilnahme an Weiterbildungen, Events oder Seminaren unerlässlich. Nur mit einer gesunden Portion Neugier auf das eigene Fachgebiet kann eine stete Weiterentwicklung der Hard Skills erfolgen. Und nur wenn man über technische Neuerungen und Best Practices auf dem neuesten Stand ist, bleibt man auch langfristig interessant für seine Kunden.

 

Netzwerken – Vitamin B ist der wichtigste Faktor beim Ergattern guter Aufträge

Außerdem hat die regelmäßige Teilnahme an Konferenzen und anderen Events einen nicht zu vernachlässigenden Nebeneffekt: Ihr Netzwerk.
Zwar vernetzen Sie sich bei solchen Gelegenheiten hauptsächlich mit Peers und Kollegen, doch auch die können sich beruflich auszahlen und Ihnen spannende IT-Projekte bescheren. Etwa wenn sie eine Auftragsanfrage, die sie selbst nicht wahrnehmen können, an Sie weitervermitteln oder vom Kunden hören, dass noch jemand mit genau Ihren Skills gebraucht wird. Sie sollten natürlich auch ein gutes Verhältnis zu Ihren bisherigen Kunden pflegen, die Ihre Dienste entsprechend gerne wieder in Anspruch nehmen und Sie auch gerne weiterempfehlen.
Natürlich gibt es viele Freelancer-Börsen, in denen Sie IT-Projekte finden – nicht zuletzt die Projektsuche bei Dice. Dennoch sind Vitamin B und ein verzweigtes professionelles Netzwerk nach wie vor wichtige Erfolgsfaktoren, wenn es um die Akquise geht. Es gibt Freelancer, die über die Hälfte ihrer Aufträge nur über persönliche Empfehlungen bekommen.

Also, legen Sie keine falsche Schüchternheit an den Tag und halten Sie Ihre Visitenkarten auf Events stets griffbereit!

 

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Fotos: Pexels

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