Freelancing in der IT – 5 Pros & 5 Kontras

IT Freelancer

Sie haben keine Lust mehr, unfreundlichen Klienten einen „wunderschönen guten Morgen“ zu wünschen? Würden lieber selbst Chef sein, Ihre Projekte frei wählen und Ihre Arbeitszeit passend nach Ihren Bedürfnissen einteilen? Schon mal daran gedacht sich selbstständig zu machen? Jeder hat sie schon einmal gehört, die scheinbar perfekten Geschichten zur Selbstständigkeit: Festanstellung gekündigt, selbstständig gemacht, mehr Freizeit, mehr Geld und dabei einmal um die Welt gereist. Doch so einfach und problemlos läuft es nur selten. Nicht jeder ist für die Selbstständigkeit gemacht, denn neben den offensichtlichen Vorteilen gibt es auch viele Nachteile. Wir haben die wichtigsten Pros und Contras gecheckt.

 

5 Pros des freiberuflichen Arbeitens

  1. Selbstbestimmte Arbeitszeiten beim Freelancing

    Es ist kein Geheimnis, dass einige Menschen Frühaufsteher sind, während andere erst spät in der Nacht auf Hochtouren laufen. Als gewöhnlicher Angestellter können Sie sich Ihre Arbeitszeit nur bedingt aussuchen. Sind Sie selbstständig, haben Sie den Luxus Ihre Arbeitszeit frei einzuteilen. Für effektives Arbeiten und eine gute Work-Life-Balance gibt es nichts Besseres. Denn solange die Arbeit fertig wird, ist es ganz Ihnen überlassen, wann Sie diese beenden.

  2. Als Freelancer in der IT arbeiten heißt freie Wahl beim Arbeitsplatz

    Als Freelancer in der IT haben Sie den Vorteil, dass Sie außer einem Laptop kaum etwas für die Arbeit brauchen. Ob Home Office, Community-Workplace oder auf Reisen – solange Sie eine stabile Internetverbindung und Handyempfang haben, können Sie arbeiten wo Sie wollen. Weiterer Vorteil: So bezahlen sich Bahnfahrten und Flüge praktisch von selbst, denn was vorher Wartezeit war ist jetzt potentielle Arbeitszeit. Auch hier gilt: solange der Auftrag rechtzeitig fertig wird, ist es egal von wo Sie diesen beenden.

  3. Mehr Geld beim freiberuflich Arbeiten

    Wer als Festangestellter für einen Betrieb arbeitet erhält Sicherheiten, verdient im Austausch dafür aber auch weniger Geld. Als Freelancer hingegen landet der volle Betrag auf Ihrem Konto. Sie können außerdem mehrere Kunden und Projekte gleichzeitig bearbeiten und legen Ihren eigenen Stundenlohn fest. Wenn Sie gut in dem sind was Sie tun, können Sie schnell mehr Geld verdienen als zuvor. Umso mehr, wenn Sie ein eigenes Produkt entwickelt haben: Dieses verkauft sich sogar, während Sie schlafen.

  4. Der eigene Chef sein – Selbst entscheiden, für wen man arbeitet

    Als Angestellter haben Sie im Regelfall kein Mitspracherecht, wenn es um die Verteilung von Aufgaben geht. Ob ein Projekt spannend ist, Kreativität verlangt oder ob es sogar Spaß macht, interessiert hierbei niemanden. Ganz anders, wenn Sie Ihr eigener Chef sind: Bei guter Auftragslage haben Sie die Möglichkeit, sich die Aufgaben auszusuchen, die Ihnen wirklich liegen und für die Kunden zu arbeiten, die Ihre Arbeit wirklich schätzen – das kann der eigenen Arbeitsmoral und Motivation enormen Auftrieb geben.

  5. Selbstständig werden – Der Familie zu liebe

    Nicht nur für Sie hat Freelancing Vorteile, auch Ihre Familie wird es Ihnen danken. Besonders wenn Sie im Home Office arbeiten, verträgt sich das selbstständige Arbeiten häufig bestens mit der Familie. In welchem Job der Welt können Sie sonst Ihre Kinder von der Schule abholen oder Ihren Arbeitstag auf die Bedürfnisse Ihrer Liebsten abstimmen? Nie wieder ein Fußballspiel, eine Schulaufführung oder einen Hochzeitstag verpassen.

 

5 Kontras als Freelancer in der IT

  1. Freelancer in der IT – Keine Garantie auf Arbeit

    Als Angestellter in einer Firma geben Sie Freiheiten ab, erhalten dafür aber Sicherheiten. Eine dieser Sicherheiten ist die Garantie, dass am kommenden Tag Arbeit auf Sie wartet. Was für jeden Angestellten als selbstverständlich hingenommen wird, ist als Freelancer ein täglicher Kampf. Als Selbstständiger müssen Sie Ihre eigenen Aufträge suchen – und das können mal mehr, mal weniger sein.

  2. Schwankendes Einkommen beim freiberuflichen Arbeiten

    Als Freelancer in der IT müssen Sie oft unterschiedlichste Aufgaben übernehmen – welche wiederum unterschiedlich bezahlt werden. Es gibt keine Garantie, dass am Ende des Monats genug Geld auf dem Konto landet, um alle Rechnungen zu bezahlen. Deshalb sollte man als Selbstständiger immer einen Notfallgroschen auf der Bank haben. Eine Durststrecke kann jeden einmal treffen. Sollte diese aber zu lange dauern, kann es brenzlig werden.

  3. Als eigener Chef zu locker mit sich selbst sein

    Es gibt Tage, da hat man so gar keine Lust aufzustehen. Wenn Sie Angestellter sind, zwingen Sie sich aber meistens doch zur Arbeit – nicht zuletzt, weil Ihnen Ihr Vorgesetzter sonst die Hölle heiß macht. Sind Sie jemand, der allzu leicht der Versuchung nachgeben würde, den Wecker auszustellen und sich nochmal aufs Ohr zu legen? Wer es nicht schafft, seinen inneren Schweinehund zu überwinden, der wird es als Freelancer in der IT nicht weit bringen.

  4. Doppelte Arbeit beim Freelancing – Arbeiten und Arbeit suchen

    Als festangestellter Programmierer müssen Sie nur programmieren. Als selbstständiger Programmierer hingegen müssen Sie zahlreiche weitere Aufgaben übernehmen: die Suche nach neuen Kunden und Aufträgen, Gehaltsverhandlungen und das Festlegen von Deadlines und Zwischenzielen… All das gehört ab sofort zu Ihrem Arbeitsalltag – und das kostet Zeit. Wer glaubt, Selbstständigkeit würde bedeuten den gleichen Job einfach von zu Hause aus machen zu können, könnte falscher nicht liegen.

  5. Sein eigener Chef sein heißt, sein eigener Buchhalter sein

    Ein wirklich abschreckender Aspekt der Selbstständigkeit ist die Buchhaltung. Diese ist nicht nur staubtrocken, sondern äußerst komplex. Es kann gut und gerne einige Jahre dauern, bis Sie alle Tricks und Kniffe kennen. Wer mit der Materie nicht vertraut ist, wird hier viel wertvolle Zeit verlieren. Natürlich können Sie die Aufgabe an einen Buchhalter weitergeben, was den eigenen Geldbeutel aber deutlich leerer macht. Wenn Sie von Ihrer Steuererklärung schon überfordert sind, werden Sie wohl kaum um professionelle Hilfe herumkommen.

 

Also: Freelancer oder Festanstellung?

Sie mögen Sicherheit, können sich nur schwer selbst motivieren und sind ein Gewohnheitsmensch? Dann bleiben Sie doch bei Ihrem festen Job und legen Sie die Verantwortung in die Hände Ihres Chefs. Für alle anderen gilt: Hände aus den Hosentaschen und loslegen! Die Vorteile des selbstständigen Arbeitens sind einfach zu groß. Klar gibt es Risiken, aber wer die schwierige Anfangsphase übersteht, wird von seiner Entscheidung begeistert sein. Allein die Tatsache, dass Sie selbst über Ihre Arbeitszeit, Ihre Kunden und Ihren Arbeitsplatz entscheiden, ist den Aufwand wert. Hinzu kommen gravierende Verbesserungen Ihrer Work-Life-Balance und die Möglichkeit, mehr Zeit mit Ihrer Familie zu verbringen.

 

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Foto: scandinaviastock / Fotolia

About Verena Budde

Verena Budde arbeitet seit 2012 für Dice. Als Marketing Executive betreut sie nun seit 2014 den deutschen Markt. Sie arbeitet eng mit dem Account-Management-Team zusammen, um die deutsche Tech-Gemeinschaft optimal mit den Kunden zusammenzubringen. Durch diesen Kontakt zu Unternehmen und IT-Profis hat sie die neuen IT-Entwicklungen und Themen immer im Blick. Mit einem sicheren Gespür für Trends pflegt sie die Social-Media-Programme und die Tech News. Außerdem ist sie für das Planen, Erstellen und Analysieren von E-Mail-Kampagnen zuständig und organisiert das Sponsoring sowie verschiedene Events in ganz Deutschland.

One Response to Freelancing in der IT – 5 Pros & 5 Kontras

  1. FreeLancer 22. September 2016 at 8:45 #

    Wenn man sich für Freelancing entschieden hat, können all die Kontras richtig viel Stress verursachen. Dauerstress ist gesundheitsgefährdend und entsteht durch das Gefühl permanent überfordert zu sein. Deswegen muss man dazu bereit sein, damit konfrontiert zu werden und sich dagegen zu wehren. Bei http://www.freelance-market.de/d/so-reduzieren-sie-ihren-taglichen-stress gibt es einige Tipps dazu.

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