Ist freiberufliches Arbeiten das Richtige für Sie?

Viele Entwickler haben schon mal eine Kariere als Freiberufler oder Berater in Betracht gezogen. Das hört sich ja auch alles ganz toll an. Dennoch: Sich kopfüber in etwas hineinzustürzen, von dem man nur wenig weiß, kann durchaus beängstigend sein. Hier sind einige Dinge, die man über die Tätigkeit als Freelancer wissen sollte.

Cashflow

Das Einkommen kann sehr unregelmäßig sein, wenn man sich beruflich auf eigene Füße stellt. Es ist tatsächlich so, dass viele Freiberufler und Berater diesbezüglich zwischen Euphorie und Existenzangst pendeln.

Sie haben vielleicht im Juni froh vor vor sich hin gewirtschaftet, dafür sehen Juli und August von der Auftragslage her eher düster aus. Es ist durchaus möglich, dass Sie während dieser Periode überhaupt keine Arbeit haben. Ein Urlaub würde sich natürlich anbieten, aber wenn Sie nicht bereit für diese unfreiwillige Auszeit sind, kann das ziemlich am Nervenkostüm zehren.

Beim Thema Cashflow kommt so Einiges zum Tragen. Networking ist der Erfolgsschlüssel, wenn es darum geht, gute Beratungs-Gigs zu finden. Und auch auf Freelance-Jobbörsen ist Einfallsreichtum gefragt.

Ein leuchtendes Beispiel ist Sean Allen – ein freischaffender iOS Entwickler, der erst kürzlich auf YouTube sein Einkommen für das Jahr 2017 aufgeschlüsselt hat. Wie Sie im unten aufgeführten Video gut erkennen können, ist das überlegte Managen von Projekten ebenfalls ein wichtiger Faktor. Sie können sich gegen neue Projekte entscheiden, wenn ein größerer und interessanterer Auftrag in greifbarer Nähe liegt.

Arbeitszeiten

Wie wir im vorhergehenden Abschnitt bereits angemerkt haben, ist Zeitmanagement ein ganz wichtiges Element für Freiberufler. Allen hat penibel darauf geachtet, sich nicht zu überladen, wenn ein intensives Projekt anstand. Ein durchaus kluger Schachzug.

Freiberufler müssen gut aufpassen, sich nicht zu überarbeiten: Nicht nur was das tägliche Pensum angeht, sondern auch auf lange Sicht. Eine gute Herangehensweise ist es, sich selbst ganz klare Arbeitszeiten einzurichten. Anstatt sich abzuschuften, nur um einen Kunden zufriedenzustellen, ist es viel sinniger, seine Work-Life-Balance in der Waage zu halten.

Hierfür sprechen etliche Gründe. Falls Sie eine Familie haben, benötigt diese Ihre Aufmerksamkeit natürlich mehr als Ihre Kunden. Klare Arbeitszeiten erlauben es Ihnen, am Ende des Tages den Hammer fallen zu lassen. Machen Sie es sich zur Angewohnheit, kurz vor Feierabend den nächsten Tag im Homeoffice vorzubereiten. Dies hilft zusätzlich dabei, mental abzuschalten.

Freiberufler entscheiden zudem selbst, wo sie arbeiten.

 

Networking

Sollte es Ihnen schwerfallen, mit anderen Menschen zu interagieren, ist das völlig in Ordnung. Es kann schließlich nicht jeder eine kontaktfreudige Persönlichkeit sein.

Wenn Sie jedoch als Freiberufler oder Berater tätig sein möchten, müssen Sie in der Lage sein, sich mit anderen Menschen konstruktiv auszutauschen. Oft haben Kunden keine genaue Vorstellung davon, was sie tatsächlich benötigen oder haben möchten. Dann liegt es an Ihnen, sie dahin zu führen, und ihnen jeden einzelnen Abschnitt dieser Reise zu erklären.

Das bedeutet nicht, dass Sie die Redegewandtheit eines Gebrauchtwaagen-Händlers an den Tag legen müssen. Sie werden aber (recht häufig) gezwungen sein, Ihre Komfortzone zu verlassen. Selbst wenn andere Sie über den grünen Klee loben, wird Sie ein potenzieller Neukunde immer nach eigenem Ermessen einschätzen. Selbstvertrauen ist der Schlüssel zum Erfolg – Überheblichkeit der Niedergang.

Es braucht Zeit, um ein vertrauenswürdiges Netzwerk aufzubauen. Und der Aufbau des besagten Netzwerks kann auch durchaus nicht so linear verlaufen, wie Sie sich das vorstellen. Manchmal bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als an unangenehmen Arbeitsgruppen teilzunehmen, oder Gigs als Gastredner auf diversen Konferenzen anzunehmen. Eine Social-Media-Präsenz, die das untermauert, was Sie Ihren Kunden erzählen, ist ebenfalls essenziell.

Bei einem normalen Job erscheinen Sie einfach und haben Ihre Arbeit bereits auf dem Tisch liegen. Als Freiberufler gestalten Sie dagegen selbst Ihren Arbeitsablauf, was gleichermaßen Fluch und Segen ist.

Jobs annehmen, die keinen Spaß machen

Falls Sie zu denen Personen zählen, die ihre Arbeit nur mit Leidenschaft und Herzblut erfüllen können, raten wir von der Selbstständigkeit ab – und zwar deutlich!

Als Freiberufler werden Sie zweifellos immer wieder Zeiten erleben, in denen Sie Jobs annehmen müssen, die Sie nur wenig bis gar nicht begeistern. Ihre Leidenschaft könnte zum Beispiel das Audio-Tooling sein, doch solche Jobs sind rar gesät. Ein gut betuchter Doktor der plastischen Chirurgie, der eine exklusive Social-App für seine Patienten möchte? Einfach zu lukrativ, um diesen Auftrag sausen zu lassen!

Es gibt unzählige kleine Projekte, die auf einen warten. Und schlaue Freiberufler wissen nur zu gut, dass jedes Projekt zu Folgeaufträgen führen kann. Aufgrund neuer Technologien und Updates kann die einfache Social-App des hypothetischen Doktors über Jahre hinweg für weitere Einnahmen sorgen.

Arbeiten Sie von zu Hause aus und genießen Sie das Leben.

 

Es ist reine Schufterei

Hinter freischaffender Arbeit steckt viel mehr, als sich zunächst erkennen lässt. Sie müssen sich zusätzlich durch trickreiche Steuerunterlagen kämpfen und einen wasserdichten Standardvertrag für Ihre Kunden entwerfen.

All jene mit einer guten Auftragslage – oder mit unabhängigen Projekten, die eine konstante Einnahmequelle darstellen (zum Beispiel Apps) – können die Vorteile der Selbstständigkeit als freier Mitarbeiter oder Berater bestätigen. Wenn man es richtig angeht, ist es zweifellos eine der besten Herangehensweisen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dies zu erreichen ist nicht einfach und niemals perfekt, aber es könnte durchaus besser sein, als die Zeit in Ihrer Arbeitsnische im Großraumbüro abzusitzen.

 

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