Finanzinformationen nutzbar machen

Anbieter von Finanzinformationssystemen erfassen riesige Mengen von Daten aus den Finanzmärkten in aller Welt und bauen Anwendungen, die diese für verschiedene Zielgruppen nutzbar machen. Erforderlich ist dafür viel technisches und bankwirtschaftliches Know how.

Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, schnell mal im Internet den aktuellen Wechselkurs umzurechnen oder den Kursverlauf eines Wertpapiers über die letzten Jahre abzufragen. Manch einer betritt seine Bank gar nicht mehr persönlich, sondern wickelt seine Finanzgeschäfte komplett im Internet ab.

Meist führt man sich nicht vor Augen, dass praktisch jeder, der mit Finanzinvestitionen zu tun hat – ob beispielsweise als Anleger, Bankberater, Fondsmanager, professioneller Händler oder Produktmanager im Finanzwesen – auf die Verfügbarkeit von hochaktuellen Marktdaten und Hintergrundinformationen zu den Finanzmärkten angewiesen ist. Die Herausforderung für Anbieter dieser Finanzmarktinformationssysteme ist es, auf der einen Seite gigantische Mengen an Daten zu erfassen und zu managen, sowie sie auf der anderen Seite verschiedenen Zielgruppen mit ganz unterschiedlichen Anforderungen in einer für sie geeigneten Weise zugänglich zu machen. Das kann beispielsweise über das öffentliche Internet, über firmeninterne Intranets oder über Finanzmarktterminals der Fall sein. Dabei steigen die Nutzeranforderungen an derartige Systeme kontinuierlich – im Hinblick auf das verfügbare Datenspektrum, die Darstellung der Informationen sowie die Schnelligkeit und Servicequalität.

Riesige Datenmengen werden zu Informationen

Die technischen und fachlichen Anforderungen wachsen, da die Finanzmärkte immer internationaler werden und die Anzahl der handelbaren Wertpapiere geradezu explodiert. Zudem kommen immer wieder neue Wertpapiertypen hinzu. Riesige Mengen an strukturierten und unstrukturierten Daten zu Millionen von Wertpapieren aus verschiedenen Anlageklassen weltweit müssen erfasst, technisch harmonisiert und miteinander kombiniert werden, so dass die Nutzer beispielsweise die Zusammensetzung eines Fonds prüfen oder das Verlustrisiko bei einem komplizierten strukturierten Produkt überblicken können. Gebraucht werden relativ statische Informationen, wie etwa Unternehmensprofile, und hochaktuelle Daten, wie Börsenkurse. Letztere müssen häufig in Echtzeit verfügbar sein. Für Profi-Finanzmarktterminals in den Handelsräumen von Banken oder im automatisierten elektronischen Handel werden Daten innerhalb von Millisekunden rund um den Globus übertragen.

Nutzeranforderungen verstehen

Finanzinformationslösungen sind bei ganz unterschiedlichen Nutzergruppen im Einsatz. Da sind zum Beispiel die Web-affinen „digital natives“, unter den Anlegern, die ihre Finanzgeschäfte ganz selbstverständlich im Internet tätigen und sich via Social Media darüber austauschen. Um diesen Anwendern gerecht zu werden, sind Kenntnisse der Informationswege im Web erforderlich. Es kommen die neuesten Rich Internet Technologien zum Einsatz, die optisch attraktive Anwendungen und umfangreiche Interaktionsmöglichkeiten bieten.

Private und professionelle Wertpapierhändler und -anleger nutzen diese Systeme ebenfalls. Sie benötigen Echtzeitinformationen zu einer breiten Auswahl von Wertpapieren und wollen komplexe Analysen für Wertpapiere oder Handelsstrategien durchführen. Sie brauchen Anwendungen, die ihnen helfen, schnelle, zielgerichtete Entscheidungen zu treffen und diese – durch direkten Zugriff auf das Handelssystem der Bank – auch gleich umzusetzen.

Finanzinformationssysteme für Anlageberater in Banken umfassen neben aktuellen Marktinformationen häufig auch Vertriebsinformationen des Finanzinstituts sowie Studien und Analysen, mit denen Berater ihre Empfehlungen untermauern können. Portfolio-Anwendungen erleichtern es ihnen, die Anlageportefeuilles ihrer verschiedenen Kunden zu überblicken und ihnen Berichte über deren Performance zukommen zu lassen. Um derartige Lösungen zu entwickeln, sind Kenntnisse über Investment- und Beratungsprozesse erforderlich.

Bessere Anlageentscheidungen und Kundenberatung

Durch die Bankenkrise wurde das Vertrauen vieler in die Finanzwirtschaft nachhaltig erschüttert. Die Politik hat in einigen Bereichen die Regulierung verschärft. Zugleich haben viele Banken sich selbst zum Ziel gesetzt, das Anlegervertrauen wieder zu gewinnen und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Durchdachte Finanzinformationssysteme können ihnen helfen, diese Vorgaben und Vorhaben umzusetzen.

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