Patchwork-Lebenslauf oder eheähnliche Verhältnisse? Experten raten zum Jobwechsel

zum Jobwechsel gehts da lang

Unsere Elterngeneration, die sogenannten Baby-Boomer, war noch mit ihren Jobs verheiratet. Sie blieben über Jahrzehnte, manchmal sogar bis zur Rente beim gleichen Arbeitgeber. Heutzutage ist eher der Patchwork-Lebenslauf der Normalfall. Aber wie oft sollte man aus eigenem Antrieb den Job wechseln, wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich nach etwas neuem umzusehen? Dice klärt auf.

 

Jobwechsel spätestens nach 7 Jahren, raten Experten

Spätestens nach sieben Jahren beim selben Arbeitgeber sollte man sich nach etwas neuem umsehen, raten Experten. In schnelllebigen Branchen wie der IT kann das jedoch schon deutlich früher notwendig sein: Hier werden rund drei Jahre als Maßstab angegeben, um den Anschluss nicht zu verlieren. Der Grund: Nicht nur Arbeitnehmer entwickeln sich weiter und sind auf der Suche nach neuen Herausforderungen, sondern auch die Arbeitgeber. Unternehmen verlagern immer wieder ihre Schwerpunkte und passen sich einem sich verändernden Markt an. Bleiben Arbeitnehmer zu lange, laufen sie Gefahr, aus betrieblichen Gründen versetzt oder gekündigt zu werden. Da ist es ratsamer, rechtzeitig selbst seinen Hut zu nehmen.

 

Wenn die Herausforderung fehlt, sollten Sie über einen Jobwechsel nachdenken

Nach den ersten Phasen der Eingewöhnung und des Aufstiegs setzen bei vielen Arbeitnehmern nach einiger Zeit Ernüchterung und Langeweile ein. Die Aufgaben laufen zwar routiniert, aber nicht gerade spannend ab. Die Anerkennung lässt nach, das Betriebsklima verschlechtert sich oder man sehnt sich ganz einfach nach neuen Perspektiven. Wenn diese Zweifel einsetzen, sollte man ernsthaft über einen Absprung nachdenken. Denn wem in dieser Phase die berufliche Weiterentwicklung nicht gelingt, der bleibt manchmal länger hängen als gut ist. In der letzten Phase des sogenannten Job-Zyklus liegt die Motivation am Boden, was sich stark auf die Leistung und mitunter sogar auf die Gesundheit auswirkt. Der innerlichen Kündigung folgen alsbald schlechte Beurteilungen. Führt die Unzufriedenheit dann doch zur Kündigung – nicht selten von Unternehmensseite – fällt das Arbeitszeugnis möglicherweise wenig glänzend aus.

 

Sind Jobwechsel schlecht für den Lebenslauf?

Viele schrecken davor zurück, sich einen neuen Job zu suchen, wenn sie nicht dazu gezwungen werden. Man möchte sich nicht dieser Unsicherheit aussetzen und für viele bedeutet ein Bewerbungsprozess auch einfach Stress, den man sich gerne erspart. Manche machen sich auch Sorgen, dass viele Jobwechsel schlecht für den Lebenslauf sind. Dabei gilt das Lebenslauf-Argument nun wirklich nicht mehr. In der „guten alten Zeit“, als Arbeitnehmer noch 30 bis 40 Jahre beim selben Unternehmen blieben, waren viele Stationen im Lebenslauf tatsächlich ein schlechtes Zeichen. Es stand für Unzuverlässigkeit und Unentschlossenheit. „Heutzutage haben viele Leute schon acht verschiedene Jobs, bevor sie überhaupt 30 Jahre alt sind“, verrät Penelope Trunk, Autorin und Startup-Gründerin aus LA. Denn solange Ihr Lebenslauf einen roten Faden und eine konstante Weiterentwicklung erkennen lässt, werten die Erfahrungen die Sie in den verschiedenen Jobs sammeln konnten, Ihre Bewerbung sogar auf. Wie sehr Sie diesen roten Faden beim Schreiben des Lebenslaufes beeinflussen können, berichtete Dice.

 

Ein Jobwechsel bietet viele Chancen: Von Gehalt bis Vitamin B

Ein Jobwechsel bietet so viele Chancen, dass sich der Aufwand des Bewerbungsprozesses lohnt. Dadurch, dass Sie mehrere unterschiedliche Unternehmen kennenlernen, vermeiden Sie das zu schnelle Einsetzen von Betriebsblindheit. Sie werden mit der Zeit feststellen, dass es mehrere unterschiedliche Arten gibt, wie eine Firma strukturiert und gemanagt werden kann und lernen einzuschätzen, welche davon für Sie besser funktionieren und welche schlechter. Ein neuer Job stellt Sie immer wieder vor neue persönliche und berufliche Herausforderungen, an denen Sie wachsen können. Sie erweitern Ihr Skill-Portfolio, auch was Soft Skills angeht. Nebenbei erweitern Sie Ihr berufliches Netzwerk und gewinnen zunehmend das, was man „Vitamin B“ nennt – ein nicht unerheblicher Erfolgsfaktor in vielen Branchen. Nicht zuletzt ist ein Jobwechsel immer eine gute Chance, Ihren „Marktwert“ neu auszuhandeln und mit einem höheren Gehalt nach Hause zu gehen als in der vorherigen Position.

 

Fazit: Offen für Angebote und günstige Gelegenheiten bleiben

Hinterfragen Sie hin und wieder, wie zufrieden Sie eigentlich gerade in ihrem Job sind. Wenn die positiven Seiten überwiegen – alles bestens. Sollten sich jedoch Zweifel bei Ihnen einschleichen, ob Sie gerade wirklich an der richtigen Stelle sind, ist es Zeit, aktiv zu werden. Halten Sie Augen und Ohren für Angebote offen und beginnen Sie, nach vielversprechenden Jobs Ausschau zu halten. Noch können Sie es langsam angehen lassen und hie und da eine Bewerbung versenden. Es ist ganz einfach: Ergreifen Sie die Initiative, bevor Sie zur Jobsuche gezwungen werden und aus Zeitdruck Kompromisse bei der Jobwahl machen müssen.

 

 

Nutzen Sie die günstige Gelegenheit und stöbern Sie jetzt nach offenen IT-Jobs!

 

 

Weitere Themen:
Schreiben Sie den perfekten Tech-Lebenslauf – wie ein Superheld
Konflikte am Arbeitsplatz lösen: 5 goldene Regeln
Nutzung eines Stellenangebots, um eine Gehaltserhöhung zu bekommen

 

Foto: pexels

No comments yet.

Leave a Reply