Zauberwort Diversity Management: So wirkt es sich auf unser Arbeitsleben aus

Diversity ist wenn alle im Team sind

Im letzten Kapitel des diesjährigen Dice Job Market Report versteckt sich folgende Zahl: 38 % aller befragten Recruiter suchen ihre neuen Mitarbeiter in diesem Jahr nach Maßstäben des Diversity Management aus. Aber was bedeutet Diversity Management eigentlich genau, wie wirkt es sich auf unser Arbeitsleben aus – und wozu soll das eigentlich gut sein? Eine Einordnung.

 

Diversity Management – mehr als „nur“ Frauenquote

Das Ziel von Diversity Management ist es, die berufliche Monokultur aufzubrechen und möglichst viele unterschiedliche Talente in Teams zusammenzubringen. Weit entfernt vom Ansatz „gleich und gleich gesellt sich gern“, sollen Personen mit unterschiedlichem Erfahrungshorizont und vielfältigen Biografien zusammenkommen um erfolgreich miteinander zu arbeiten. Besonders in „typischen Männerberufen“ wie der IT-Branche bedeutet das beispielsweise, dass man versucht, gezielt Frauen einzustellen. Oder überhaupt Personen, die nicht weiß, männlich, hetero und 35 sind, um es mal provokativ auszudrücken. Denn Diversity bedeutet noch viel mehr, als eine Frauenquote zu erfüllen – der Ansatz schließt unterschiedliche kulturelle oder ethnische Hintergründe genauso mit ein wie eine grundsätzliche Offenheit gegenüber Faktoren wie Alter, Behinderungen oder sexueller Orientierung. Das ist viel mehr als nur „nicht zu diskriminieren“ – im Gegenteil. Unterschiedlichste Personen werden nach dem Diversity Ansatz aktiv eingeladen und aufgenommen.

Diversity Ziele 2017 laut Dice Job Market Report

 

Teamentwicklung mit Diversity-Ansatz: Funktionieren heterogen zusammengesetzte Teams besser?

Diversity Management betrifft mehr Bereiche als die Einstellung von möglichst vielfältigem Personal und ist auch kein Projekt, das man nach ein-zwei Jahren abgeschlossen hat. Es ist ein Konzept, das den gesamten Arbeitsalltag durchdringt und die Vielfalt unserer Gesellschaft ins Büro bringen will. Das machen die Unternehmen natürlich nicht (nur), weil sie so nett sind, oder weil sie die Antidiskriminierungsgesetze so gerne befolgen. Nein, wie immer geht es hier ums Geld, genauer: Um effizientere Mitarbeiter und bessere Produkte. Zugleich geht es natürlich darum, neue Gruppen von Mitarbeitern zu erschließen – dass gute ITler in Deutschland begehrte Ware sind, sollte ja hinreichend bekannt sein. Daher ist es notwendig, sich weltweit nach neuem, begabtem Personal umzusehen und sich allen Talenten als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren, egal ob sie ins Techie-Klischee passen. Die Wertschätzung, die jedem einzelnen Mitarbeiter beim Diversity Management entgegengebracht wird, wirkt extrem motivierend und stärkt die Bindung ans Unternehmen. Nach Diversity-Maßstäben zusammengesetzte Teams sind außerdem erwiesenermaßen innovativer als solche, die nur im eigenen Sud köcheln. Denn die Vielfalt im Unternehmen wirkt sich auch auf die Art aus, wie die Probleme von Kunden wahrgenommen werden, wie intern und extern kommuniziert wird und wie Geschäfte gemacht werden. Wenn die real existierende Gesellschaft auch innerhalb eines Unternehmens abgebildet wird, sehen alle klarer.

 

So macht sich Diversity Management im Arbeitsalltag bemerkbar

Denn wenn Algorithmen und Code zum Großteil von weißen amerikanischen Männern mittleren Alters geschrieben und gefüttert werden, werden sie eben für diese Personengruppe besonders gut funktionieren – und für den Rest der Menschheit weniger gut (um es mal platt auszudrücken). Das ist nicht einmal böse Absicht, sondern passiert meist ganz unbewusst – weil man eben die Probleme anderer Gruppen doch nicht so genau kennt und an bestimmte Dinge einfach nicht denkt, wenn man nie selbst damit konfrontiert wird. Die Auswirkungen können jedoch gravierend sein. Relativ harmlos ist das noch, wenn man deutsche Spracherkennung auf einem Korpus von 20 Jahre alten Artikeln der Frankfurter Zeitung basiert (und das ist häufig der Fall). Sie versteht dann die Sprache von über 45 Jährigen ungleich besser als die von unter 35 Jährigen, die dann häufiger ein „das habe ich nicht verstanden“ zu hören bekommen. Gravierender ist der Algorithmus, der das Risiko US-amerikanischer Häftlinge evaluiert, erneut straffällig zu werden. Er empfiehlt Richtern überwiegend (und fehlerhaft), dunkelhäutige härter zu bestrafen als weiße. Die Technik handelt damit erkennbar rassistisch, wie die Journalisten von ProPublica belegen konnten. Warum? Weil sie, um zu lernen, mit alten Entscheidungen von Richtern gefüttert wurde – und diese Daten waren bereits von rassistischen Stereotypen geprägt und damit alles andere als neutral. Oder wenn die automatische Bilderkennung von Google nur mit Bildern von hellhäutigen Personen trainiert wurde und Fotos von dunkelhäutigen Menschen mit „Affe“ oder „Gorilla“ verschlagwortet, wie noch 2015 geschehen.

 

 

Fazit: Ein nach Diversity-Ansatz zusammengestelltes Team ist sensibler

Man könnte noch weitere solcher Beispiele aufzählen, oder auf den Artikel „Man is to Computer Programmer as Woman is to Homemaker“ verweisen, der die Probleme von Gender Bias im Machine Learning aufzeigt. Die Beispiele zeigen: Algorithmen sind nur so vielfältig wie ihre Hersteller und nicht so neutral, wie viele denken. Der Punkt ist: Ein Entwicklerteam, das unterschiedliche Lebensgeschichten und Blickwinkel vereint, kann solche Tendenzen in den Daten natürlich auch nicht verhindern. Aber es wird für solche und ähnliche Probleme eher sensibilisiert sein – und damit eher Produkte herstellen, die die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln können. Klingt nach Win-Win!

 

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Foto: Pixabay

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