Administrator 3.0 – Die Aufgaben & Herausforderungen heute

System-Administrator oder Chefarzt?

Es ist an der Zeit, das Scheinwerferlicht auf jemanden zu richten, der für gewöhnlich hinter der Bühne auftritt: auf den Administrator. Der Administrator sorgt für einen reibungslosen Systemablauf und eine sichere IT-Infrastruktur, worauf heute kaum ein Unternehmen verzichten kann. Wenn es hier zu Schwierigkeiten kommt, und seien es nur Wehwehchen, dann ist das Geschrei groß. Nicht umsonst wird der Admin so häufig mit einem Arzt verglichen. Grundvoraussetzungen für einen Top-Admin sind ein umfassendes Verständnis in vielen IT-Bereichen, ein analytisches Denkvermögen und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Dieser Artikel verrät, wie ein bereits guter Admin zu einem Chefarzt wird.

 

Es gibt nicht den System-Administrator

Bevor es zu den Kriterien geht, die einen hervorragenden Administrator ausmachen, sei kurz angemerkt, dass dieses Berufsbild mit den unterschiedlichsten Spezialisierungen gezeichnet werden kann. Diese können in der Netzstruktur liegen, in Datenbanken, Speichersystemen, Webservern oder Betriebssystemen. Wie auch immer diese Spezialisierung aussieht, die folgenden sechs Erfolgskriterien gelten mehr oder weniger für alle System-Administratoren.

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Vorschaubild - Aufgaben des Super System-Administrators

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Die sechs Aufgaben eines hervorragenden System-Administrators

1. Administrator-Aufgabe: Sei ein Allrounder

Die verschiedenen Ausbildungs- und Studiengänge, die zum Beruf des Admins führen, sind bekanntlich so vielseitig wie das Aufgabengebiet des Admins selbst. Er muss sich nicht in allen IT-Bereichen auskennen, sondern das Ziel als Ganzes begreifen können und in der Lage sein, sich über dieses mit den jeweils zuständigen Ansprechpartnern zu unterhalten, eine eigene Meinung herauszubilden und diese auch zu vertreten. Je größer ein Unternehmen ist, umso komplexer ist das Aufgabenfeld des Admins. In kaum einem anderen IT-Beruf ist es so wichtig, über den Tellerrand hinauszuschauen.

Tipp: Einer endlosen Liste an IT-Anforderungen in der Stellenausschreibung begegnen Sie am geschicktesten mit den Verweis auf die Stärken „strukturiertes Denken“ und „Teamfähigkeit“. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht und die Welt kam bisher auch ohne sie zurecht.

 

2. Administrator-Aufgabe: Lerne nie aus

Die Anwendungsgebiete und Aufgaben eines Admins sind groß und sie wachsen von Jahr zu Jahr. Denn die IT-Branche ist die schnelllebigste Branche überhaupt. Da am Ball zu bleiben, ist nicht immer einfach. Neue Endgeräte kommen hinzu, das Unternehmens-Netzwerk muss ausgebaut und dabei die IT-Security im Blick behalten werden, die Compliance und Compilance verändern sich und, und, und.

Tipp: Überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber von der Wichtigkeit Ihrer Weiterbildungen – auch wenn das Unternehmen mal länger unter Zeitdruck steht.

 

3. Administrator-Aufgabe: Garantiere Sicherheit, auch im Durcheinander

Daten werden heute unter anderem auf firmeneigenen Netzwerken, Online-Datenbanken und Cloud-Servern gespeichert. Der Zugriff auf einen Teil dieser Daten muss überall und jederzeit sichergestellt sein. Insbesondere Cloud Computing gehört zu den wichtigsten IT-Trends unserer Zeit und dazu gehört natürlich auch die Cloud-Security. Ein Admin kann mit einer mehrschichtigen IT-Sicherheit umgehen. Natürlich sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass es keine hundertprozentige Garantie für Sicherheit geben kann.

Tipp: Siehe Tipp von Punkt 2.

 

4. Administrator-Aufgabe: Blicke in die Zukunft

Ein Admin stellt sicher, dass der disaster recovery plan (DRP) bereits vor dem Desaster besteht. Dieser sollte immer wieder kontrolliert werden, bevor es zum Beispiel zu einem Datenverlust kommt. Die Dokumentation ist das A und O. Ferner sollte ein Admin die Kapazitäten seines Equipments vorausschauend im Blick behalten, um auf eine eventuelle Überlastung vorbereitet zu sein.

Tipp: Testen Sie Ihren Notfallplan an zyklisch festgelegten Terminen mithilfe einer Checkliste. Dieser Test hat immer Vorrang, selbst wenn die gegenwärtige To-Do-Liste noch so lang ist.

 

5. Administrator-Aufgabe: Sei nicht auf den Mund gefallen

Der Admin hat wie kaum ein anderer IT-ler mit Normalsterblichen / Nicht-IT-lern zu tun. Deshalb, man kann es nicht anders sagen, sitzt das Problem nicht immer in, sondern auch vor dem Rechner. Der Admin reagiert auf diese Geschöpfe weder mit Gestresstheit noch mit Überheblichkeit (hier gilt: die Dosis des Humors macht das Gift). Er bleibt sachlich und verkneift sich das Mundwinkelzucken auch dann, wenn jemand meint, versehentlich das Internet gelöscht zu haben. Er schafft es, sich der Sprache seines Gegenübers anzupassen und reagiert nicht so:

Der Admin reagiert verständnislos auf Fragen des DAU

 

Tipp: Machen Sie sich bewusst, dass der Tag kommen wird, an dem auch Sie etwas vom Fußvolk brauchen werden. Etwa ein höheres Budget, um die IT-Ressourcen auszubauen. In diesem Fall müssten Sie sich, nebenbei bemerkt, die Sprache der BWLer zu Eigen machen. Sie könnten zum Beispiel mit Effizienzsteigerung argumentieren. Wissen Sie eigentlich, wie dieser Begriff auf Englisch heißt?

 

6. Administrator-Aufgabe: Sammle Erfahrung

Zu diesem Punkt muss nicht viel gesagt werden. Nur durch Erfahrung lernt ein Administrator, in jedem Aufgaben-Feld schnell und flexibel auf unerwartete Probleme zu reagieren. Aus diesem Grund hängt der durchschnittliche Verdienst eines Admins stark von dessen Berufserfahrung ab.

Tipp (das Gehalt betreffend): Die Höhe des Gehalts richtet sich neben Ihrer Berufserfahrung vor allem nach der Branche und der Größe des Unternehmens. Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten, lesen Sie diesen Artikel auf absolventa.de

 

Fazit: Ein guter Administrator hat alle Aufgaben im Blick

Ein System-Administrator wird zum leitenden Oberarzt, wenn er sich ein solides (Überblicks-)Verständnis in die verschiedensten Bereiche der IT-Welt erarbeitet und dieses stetig ausbaut. Da er vorausschauend denkt, kann er gefasst und flexibel auf Komplikationen jeglicher Art reagieren. Außerdem überragt er seine anderen IT-Kollegen mit Soft Skills, vor allem hinsichtlich seiner Kommunikationsfertigkeiten.

Und jetzt, in Erinnerung an einen meiner Kindheitsstars, den Tüftler Peter Lustig: Abschalten!

 

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Foto: unsplash (pixabay), SolarWinds und geek-and-poke.com

About Dominic Lammert

Dominic Lammert arbeitet freiberuflich als Webdesigner/-entwickler, Texter und Autor. In seinen Artikeln baut er eine verständliche Brücke zwischen gesellschaftlichen und technologischen Themen, was zu seiner Vita passt: Im Bachelor hat er Ethnologie und Literatur in Freiburg und Wien studiert, nun macht er den Master Medien mit Informatik-Schwerpunkt in Bielefeld, Aix-en-Provence und im Elsass.
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