Karriere mit 40+: So bleiben Sie als ITler am Ball

ältere Programmierer

Es ist ein hartes Los, in IT-Berufen weiterhin die Karriereleiter emporzuklettern, wenn man die Vierzig überschritten hat. Doch so mancher ITler schadet sich selbst, indem er Charakterzüge auslebt, die Klischees bedienen und Personalleiter abschrecken.

Andererseits legen diejenigen, die während ihrer langjährigen Karriere auf nachhaltige Erfolge zurückblicken können, Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmale an den Tag, die Kollegen und Arbeitgeber gleichermaßen schätzen. Dann wollen wir doch mal sehen, was erfolgreiche und weniger erfolgreiche ITler auszeichnet.

Typisch für ältere Mitarbeiter, die ihre Sache gut machen, ist:

Sie wollen stets Neues lernen und sich weiterentwickeln.

Wirft man einen Blick auf gut bezahlte technische Mitarbeiter, sticht einem der Zusammenhang zwischen kontinuierlicher Weiterbildung, Marktnachfrage und Verdienst sofort ins Auge.

Doch auch wenn es ein absolutes Muss ist, sich bei Spitzentechnologien kontinuierlich auf dem Laufenden zu halten, braucht es doch mehr als geballtes Wissen, um eine steile Karriere als ITler zu machen. Was ist noch gefragt? Zum einen eine gewisse Experimentierfreudigkeit und die Bereitschaft, Neues zu wagen (und damit auf die Nase zu fallen) und zum anderen die Fähigkeit, die eigene Komfortzone zu verlassen, wie Kerry Hannon, Karrierestratege und Verfasser von „Great Jobs for Everyone 50+“, erläutert.

So hat zum Beispiel niemand behauptet, Albert Einstein oder Stephen Hawking hätten die beste Zeit ihres Lebens schon hinter sich, als sie beide auch mit Mitte 70 noch voll im Arbeitsleben standen. Und weshalb war das so? Weil beide ein unstillbarer Wissensdurst kennzeichnete und es ihnen niemals in den Sinn gekommen wäre, neuen Ideen nicht auf den Grund zu gehen. Offenheit für Neues und das Bedürfnis, immer wieder dazuzulernen, macht Menschen anscheinend alterslos.

Sie sind energiegeladen.

Berufstätige, die vor Energie nur so strotzen und körperlich fit bleiben, wirken jünger als sie sind, äußert sich Donald Burns, Karriereberater für Führungskräfte.

„Viele denken, ältere Arbeitnehmer seien lethargisch oder selbstgefällig. Dem sollten Betroffene etwas entgegensetzen, zum Beispiel, indem sie fröhlich und optimistisch klingen”, rät Burns. „Wer bei der schriftlichen Kommunikation kurze Sätze und Absätze verwendet, zeigt damit, dass er von der schnellen Truppe und zeitgemäß ist.“ Denken Sie daran, dass Begeisterung ansteckt und andere Berufstätige von Ihrem Schlag anzieht wie ein Magnet.

Sie wissen, was sie wollen.

Sie wollen sich beruflich verändern, weil Ihr Job Sie langweilt, Sie unterfordert sind oder weil Ihnen jedes Detail vorgeschrieben wird? Dagegen ist nichts einzuwenden, weil ein Jobwechsel in der Regel einen Karrieresprung bedeutet, sagt Burns. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie wissen, was Sie wollen, damit Sie die Gunst der Stunde nutzen und Ihre Karriere vorantreiben können. Mithilfe einer Roadmap vermeiden Sie eine ungewollte Auszeit mitten in oder gegen Ende Ihrer Karriere, denn schließlich müssen Sie sich gegen weniger gut bezahlte und jüngere Bewerber durchsetzen, die sich um eine Position bewerben, die Sie in den letzten paar Jahren innehatten.

Sie lassen sich auch von jüngeren Kollegen etwas sagen.

ITler, die auf eine lange Karriere zurückblicken, sollten bereitwillig von jüngeren Vorgesetzten und Kollegen lernen, aber auch bereit sein, ihr Wissen zu teilen. Sie können ihren Marktwert steigern, indem sie ihre auf Erfahrung basierenden Kompetenzen wie Geschick im Umgang mit Kunden und Entscheidungsfähigkeit jüngeren Mitarbeitern vermitteln.

„Respekt ist keine Einbahnstraße”, äußert sich Hannon. „Fachkräfte mit einer langjährigen Karriere sollten gewillt sein, als Mentor für jüngere Kollegen zu agieren und voneinander zu lernen.“

Sie leben im Hier und Jetzt

Wenn sich Ihr Fachgebiet mit Lichtgeschwindigkeit ändert, sollten Sie nicht andauernd ältere Methoden erwähnen oder lang und breit erklären, wie die Dinge früher gehandhabt wurden, sonst hält man Sie womöglich für realitätsfremd oder festgefahren. Ein Blick zurück sollte nur dazu dienen, über das Geschehene zu reflektieren und eventuell Korrekturen durchzuführen, um dann wieder ins Hier und Jetzt zurückzukehren.

 

Typisch für ältere Mitarbeiter, die nicht so gut abschneiden, ist:

Ihre Anspruchshaltung.

Hassen Sie Updates und Upgrades oder Programmieraufgaben, die Sie schon x-Mal ausgeführt haben? Wenn Sie signalisieren, dass solche Aufgaben unter Ihrer Würde sind, machen Sie sich bei Ihren Teamkollegen unbeliebt. Auch ein Technischer Leiter dürfte nicht gewillt sein, jemanden einzustellen oder zu als Mitarbeiter zu behalten, der die Teamarbeit und den Teamgeist untergräbt.

Sie sind überbezahlt.

Übrigens: Das gilt auch für das Gehalt. Selbstverständlich sollte Ihr Verdienst Ihrem Marktwert und dem Wert entsprechen, den Sie Ihrem Arbeitgeber einbringen, doch wenn Sie unrealistische Summen fordern, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass Sie sich überlegen fühlen und damit auch bestimmte Ansprüche verbinden. Langfristig verdienen Sie mehr, wenn Sie sich flexibel zeigen und lieber Zusatzleistungen aushandeln oder auch die Möglichkeit von einem anderen Ort aus zu arbeiten.

Sie sind Ewiggestrige.

Der Vorteil von älteren Arbeitnehmern ist, dass sie reifer sind und mehr Erfahrungen gemacht haben. Läuft etwas schief, bleiben sie gelassen und lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Keine Frage, das entspannt das ganze Team. Doch wer sich beharrlich weigert, bei Spaßaktionen, Spielen und Teambildungsmaßnahmen mitzumachen, bedient mehr oder weniger unfreiwillig das Klischee vom „grantigen alten Mann“. Auch wenn Studien gezeigt haben, dass dieses Klischee unfair ist und vor allem nicht zutrifft, werden ältere Mitarbeiter häufig so wahrgenommen. Wir raten Mitarbeitern über 40, sich zu vernetzen sich ihre Kontakte zu pflegen, denn dann steht einer erfolgreichen Karriere so gut wie nichts mehr im Weg.

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About Leslie Stevens-Huffman

Leslie Stevens-Huffman ist Autorin mit Schwerpunkt Business & Karriere und lebt in Südkalifornien. Sie hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Personalvermittlungsbranche und schreibt Blog-Posts und Vorlagen für Lebensläufe. Zudem gibt sie den IT-Experten in der englischen Dice-Community seit 2006 praktische Karrieretipps. Ihren Bachelor-Abschluss in Englisch und Journalismus machte sie an der University of Southern California.
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