Big Data im Alltag: 5 coole Beispiele in der Praxis

Bid data Devices, Tafel, Kreidezeichnung

Es ist der „Rohstoff“ des 21. Jahrhunderts: Big Data. Was vor ein paar wenigen Jahren noch als neuer Trend im IT-Bereich bezeichnet wurde, ist heute Grundlage von umfangreichen Prognosen und Analysen. Beruflich kommen IT-Profis an diesem Thema kaum noch vorbei. In fast jedem größeren Unternehmen sind Mitarbeiter mit Kenntnissen in NoSQL gefragt, um die anfallende Datenflut in Datenbanken zu bändigen und in Analysen sinnvoll nutzbar zu machen. Salesforce ist auf dem Vormarsch. Doch auch in Freizeit und Privatleben ist Big Data ständig präsent. Hier sind 5 Big-Data-Beispiele, wo jeder von uns in seinem Alltag mit Big Data in Berührung kommt.

Big Data – was ist das eigentlich?

Jeder redet darüber. Doch ist längst nicht jedem klar, was Big Data eigentlich genau bedeutet. Ziehen wir das gute, alte Wikipedia zu Rate, so erfahren wir, dass Big Data …

„… Datenmengen bezeichnet, die zu groß oder zu komplex sind oder sich zu schnell ändern, um sie mit manuellen und klassischen Methoden der Datenverarbeitung auszuwerten.“

Doch der Begriff Big Data beschreibt noch mehr. So werden unter dem Begriff Big Data auch häufig all jene Technologien beschrieben, mit denen die Massendaten (so der deutsche Begriff) gesammelt und ausgewertet werden. Big-Data-Beispiele finden sich heutzutage fast überall. In unserer mobilen Welt wird jeder Klick erfasst, jede Kaufentscheidung ausgewertet, jede Filmauswahl auf Netflix & Co. registriert, analysiert und entsprechend verwertet. Riesige Datenmengen werden in Clouds gespeichert. Das Internet der Dinge wächst rasend schnell – dies alles sind Entwicklungen, die ohne Big Data nicht möglich wären. Somit ist es kaum verwunderlich, dass sich mit Big Data in der Praxis ein millionenschweres Geschäft geöffnet hat. Alleine in England wird bis zum Jahr 2017 ein Wirtschaftswachstum dank Big Data von rund 200 Millionen Pfund erwartet! Der Bedarf an IT-Experten, die sich mit Big-Data-Analytics und NoSQL auskennen, wird allein in Großbritannien bis 2017 um fast 250 % steigen. Für Deutschland sind die Prognosen ähnlich. Zumal die riesigen Datenströme aus allen Ecken des WWW kommen. Hier sind ein paar Big-Data-Beispiele aus unserem Alltag.

 

#1: Big Data macht Sportveranstaltungen noch interessanter

Der Sport ist ein perfektes Beispiel für Big Data. Der Profifußballer von heute hat fast so viele Sensoren in Schienbeinschonern, Schuhen und Trikot versteckt, wie ein Formel-1 Wagen. Fast. Genügend aber, um wirklich jeden Schritt, jeden Schuss, jede Pause und jeden Sturz genauestens auszuwerten. Laut einem Bericht im Handelsblatt arbeiten die Trainer des FC Bayern schon mit Datenbrillen, die das haargenaue Analysieren der Bewegungsabläufe ermöglichen. Vorreiter ist – wen wundert‘s? – die TSG Hoffenheim von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp. Die Trainer sehen über ihre Datenbrille sofort, wann der jeweilige Spieler an seine Leistungsgrenze kommt und können dann in diesem Bereich das Training intensivieren. Big Data in der Praxis in absoluter Reinform! Logischerweise werden auch die Fanshops gemäß der Big-Data-Analytics ausgestattet.

Diese Big-Data-Beispiele finden sich natürlich in fast jedem Leistungssport wieder. Wintersport wie Biathlon, Langlauf, Skiflug und Abfahrt. Tour de France, Formel-1, Leichtathletik … alleine die Übertragung der Sportveranstaltungen ist ohne Big Data nicht mehr vorstellbar.

 

#2: Big Data hält digitale Assistenten auf Zack

Es liegt auf der Hand, und doch machen wir es uns selten klar: Suchmaschinen wie Google, Bing und Co. können nicht ohne Big-Data-Analytics funktionieren. Hier wird jeden Tag Big Data im großen Stil verarbeitet. Es gilt, mit zig Millionen Netzwerkobjekten zu arbeiten, das Such- und Onlineverhalten von Milliarden Nutzern zu analysieren und dann diese Erkenntnisse auf die jeweilige Suche eines einzelnen Users anzupassen. Weitere Big-Data-Beispiele, die damit direkt zusammenhängen, sind digitale Assistenten wie Siri und Cortana. Den beiden beliebten virtuellen Damen aus dem Hause Apple und Microsoft würde ohne Big Data ziemlich schnell der Gesprächsstoff ausgehen.

Weitere Big-Data-Beispiele, die hier nicht außen vor gelassen werden sollten, sind unter anderem Netflix und Amazon. Der weltweit größte Onlineversand würde ohne die Analyse von Big Data rein logistisch schnell an seine Grenzen stoßen. In Sachen Marketing gilt Amazon schon lange als Pionier. Big Data hilft dem Versandhaus dabei, das jeweilige Kaufverhalten jedes einzelnen Kunden zu durchleuchten, um dann auf möglichst vielen Plattformen gezielt für entsprechende Produkte zu werben. Netflix erkennt dank dem Auswerten von Big Data, wie oft beispielsweise der User einen Film bis zum Ende anschaut, wie oft er den Pause-Knopf betätigt und welche Filme er generell bevorzugt.

 

#3: Mit Big Data den perfekten Partner finden

Dass Big Data in der Praxis sogar auf unser persönliches Liebesleben Einfluss haben kann, zeigt sich bei der Nutzung von Dating-Sites. Immerhin hat der amerikanische Psychologe John T. Cacioppo in einer Studie belegt, dass sich über ein Drittel aller verheirateten Paare in den Vereinigten Staaten, die zwischen 2005 und 2012 getraut wurden, über eine Dating-Website gefunden haben. Es ist also bewiesen, dass Big-Data-Analytics tatsächlich etwas für die Liebe tut! Denn nur Dank der Auswertung der Millionen Dateneingaben können möglichst treffsichere Partnervorschläge gemacht werden. Ohne die Technologie im Hintergrund würde es den Dating-Agenturen wohl nur mit ganz viel Glück gelingen, eine vielversprechende Verbindung zu arrangieren.

 

#4: Big Data für Automotive und Routenplanung

NoSQL und Big Data werden auch im Straßenverkehr immer mehr zu einer enorme Hilfe. Jeder, der schon einmal zu Ferienbeginn mit dem Auto in Richtung Süden unterwegs war, der weiß, wie überlastet das deutsche Straßennetz ist. Tendenz steigend. Dank der Vernetzung der Autos und der Straßen wird dieses Problem mittels der Big-Data-Analytics angegangen. Sensoren überwachen das Verkehrsaufkommen, Staumelder reagieren in Echtzeit, Alternativrouten werden direkt ins Fahrzeug übertragen. Dass das Automobil bald ganz ohne das Zutun des „Fahrers“ von Punkt A nach Punkt B fährt, hat dank Big Data nichts mehr mit Science-Fiction zu tun. Die Automatisierung der Fahrzeuge läuft auf Hochtouren – eine Entwicklung, die ohne Big Data nicht möglich wäre.

 

#5: Big Data beflügelt Gesundheitswesen und Wissenschaft

Denkt man an die Datenmenge, die allein ein einziger Krankenhausaufenthalt produziert, wird schnell offensichtlich, dass der administrative Part ohne IT-Technologien nicht funktionieren würde. Doch die Big-Data-Beispiele im Rahmen des Gesundheitswesen und der Wissenschaft zeigen darüber hinaus ganz neue und hoffnungsgebende Möglichkeiten auf. Durch die Auswertung großer Datenmengen auf internationaler Ebene können Gesundheitsrisiken wie beispielsweise Ebola schneller erkannt werden. Durch die engere Vernetzung von Forschung und Praxis können dort ermittelte Erkenntnisse gebündelt und als Big Data viel umfassender analysiert und umgesetzt werden. Es gibt in diesem Bereich zig Big-Data-Beispiele, die verdeutlichen, welche immensen Vorteile das Gesundheitswesen aus diesem Technologieeinsatz zieht.

 

 

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Foto: faithie / Fotolia

About Verena Budde

Verena Budde arbeitet seit 2012 für Dice. Als Marketing Executive betreut sie nun seit 2014 den deutschen Markt. Sie arbeitet eng mit dem Account-Management-Team zusammen, um die deutsche Tech-Gemeinschaft optimal mit den Kunden zusammenzubringen. Durch diesen Kontakt zu Unternehmen und IT-Profis hat sie die neuen IT-Entwicklungen und Themen immer im Blick. Mit einem sicheren Gespür für Trends pflegt sie die Social-Media-Programme und die Tech News. Außerdem ist sie für das Planen, Erstellen und Analysieren von E-Mail-Kampagnen zuständig und organisiert das Sponsoring sowie verschiedene Events in ganz Deutschland.
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