Apple Swift vs. Google Go: Wer gewinnt im Programmiersprachen-Ranking?

Medaille Gewinner Programmiersprache Apple Swift vs. Google Go

Apple Swift und Google Go – die neuen Programmiersprachen der beiden Tech-Giganten sind in aller Munde; neugierig verfolgt die IT-Welt ihre Entwicklung auf den gängigen Programmiersprachen-Rankings wie beispielsweise TIOBE und RedMonk. Sicherlich sind diese Rankings umstritten, dennoch konsultieren unter anderem auch iOS-Developer die selbigen gerne, um die jeweiligen Programmiersprachen besser einschätzen zu können. Betrachtet man die Entwicklung von Swift und Go in den letzten Monaten, zeichnet sich ein kontroverses Bild ab. Die Apple-Programmiersprache klettert kontinuierlich nach oben, während die Google-Programmiersprache es teilweise noch nicht einmal unter die ersten 50 schafft! Was ist da los? Ist Go wirklich schlecht? Hat Google Mist gebaut und Apple mal wieder ins Schwarze getroffen? Oder liegt das Problem an den Rankings selbst?

 

Im TIOBE-Ranking ist Apple Swift klarer Sieger

Es ist ja schon merkwürdig: Als Google 2009 die Go-Programmiersprache auf den Markt brachte, war TIOBE voll des Lobes. Mehr noch, Google Go wurde kurzerhand zur Programmiersprache des Jahres ernannt. Und heute ist die Go-Programmiersprache im Kellerbereich des TIOBE Rankins zu finden.

Ganz anders verhält sich das mit Apple Swift: Vor circa einem Jahr stellte Apple seine eigene Programmiersprache vor. Wie der Name „Swift“ schon verrät, geht es darum, die iOS-Programmierung für Apps zu vereinfachen. Der Beginn einer weiteren Apple-Erfolgsgeschichte! iOS-Developer waren vom ersten Augenblick an ganz aus dem Häuschen. Seit Tag Eins geht es besonders im TIOBE-Ranking mit Swift aufwärts. Heute befindet sich die Apple-Programmiersprache nach wie vor im Aufwind. Um das Alphatier unter den Programmiersprachen – Java – vom Thron zu stoßen, benötigt es wohl ein kleines Wunder, doch mit dem 16. Platz (Stand August 2015) liegt die Programmiersprache von Apple voll im Trend. Somit ist es auch kaum verwunderlich, dass unglaublich viele Programmierer Swift lernen möchten. Laut einem aktuellen Bericht auf Business Insider verdient ein IT-Experte in einem Monat 66.000 USD damit, anderen iOS-Developern Apple Swift beizubringen.

Es macht sich aber auch Kritik breit. Weniger an der Programmiersprache selbst, sondern an der Funktionsweise von TIOBE in Bezug auf die Vergleichbarkeit. Das Ranking platziert die Programmiersprachen gemäß den Hits auf den Suchmaschinen. Die Frequenzmessung dient als Basis des Rankings, was Google Go ganz schlecht in die Karten spielt. „Go“ ist schließlich als Verb im Englischen allgegenwärtig und kann auch als Eigenname einfach alles sein – vom Brettspiel bis zum Südost-Anatolischen Techno-DJ.

 

Hat Google Go trotzdem die Nase vorne?

Wie so oft lässt sich diese Frage mit „Jain“ beantworten. Betrachtet man das RedMonk-Ranking, schneidet die Go-Programmiersprache tatsächlich um einige Plätze besser ab als Apple Swift. Das Rankingsystem RedMonk geht in Sachen Positionierung der jeweiligen Programmiersprachen anders vor. Die Basis bilden die relative Anwendungshäufigkeit (GitHub) und die relative Stellung im Entwickler-Diskurs (Stack Overflow). Dabei hat RedMonk nicht den Anspruch, den aktuellen Gebrauch einer Sprache zu repräsentieren. Zukunftstrends sollen viel eher durch die Wechselbeziehung zwischen Diskussion und Gebrauch abgebildet werden. Demnach sind sowohl Google Go als auch Apple Swift stark im Aufwind. Die Google-Programmiersprache liegt hier sogar mit Platz 15 drei Plätze vor der Swift-Programmiersprache (Stand Juni 2015).

 

Apple Swift – Lohnt es sich, Swift zu lernen?

Wie bereits erwähnt, lohnt es sich ganz offensichtlich, iOS-Developern die Apple-Programmiersprache beizubringen. Dies wiederum belegt, dass es sich gleichermaßen rentiert, Apple Swift zu lernen. Bisher hat sich Apple zum iOS-Programmieren der altbewähren Programmiersprache Objective-C bedient. Hier liegt auch die Motivation von Apple begründet, Swift ins Leben zu rufen, denn Objective-C ist über 30 Jahre alt. Apple Swift dient dazu, Apps für iPhone und iPad leichter, schneller und effektiver zu programmieren. Beide Programmiersprachen lehnen aneinander an, was es recht einfach macht Swift zu lernen.

Hält man sich das noch sehr junge Alter der neuen iOS-Programmiersprache vor Augen, ist es klar, dass Swift noch an einigen Stellen optimiert werden muss. Wer Apple Swift auf seinem in die Jahre gekommenen MacBook schreiben möchte, kommt schnell an die Grenzen des Machbaren. Zudem fehlen noch viele Features – was unter IT-Experten die Frage aufwirft, ob die Swift-Programmiersprache derzeit wirklich schneller ist als Objective-C. Dass Swift die iOS-Programmiersprache der Zukunft sein wird, steht dennoch für viele iOS-Developer außer Frage.

 

Google Go – Eine Programmiersprache mit Zukunft?

Um die Zukunft von Googles Go zu prognostizieren, lohnt ein Zitat aus der jungen Vergangenheit der Go-Programmiersprache von Rob Pike (Mitentwickler von Google Go):

Go is a programming language designed by Google to help solve Google’s problems, and Google has big problems. In short, development at Google is big, can be slow, and is often clumsy. But it is effective. The goals of the Go project were to eliminate the slowness and clumsiness of software development at Google, and thereby to make the process more productive and scalable. The language was designed by and for people who write – and read and debug and maintain – large software systems.”

Die Go-Programmiersprache ist demnach vorwiegend zur Systemprogrammierung geeignet, wobei sich Go aber auch für viele andere Zwecke einsetzen lässt. Die Google-Programmiersprache hat – wie so vieles im Leben – eine ganze Liste mit Vor- und Nachteilen. Auf der Plusseite lassen sich beispielsweise der Minimalismus und das statische Duck-Typing verbuchen. Nachteile sind zum Beispiel die fehlende Unterstützung für typsichere generische Programmierung und die wenigen grundlegenden Datenstrukturen.

Google Go gilt als recht ausgereift und ist aufgrund seiner Vorwärtskompatibilität für unterschiedlichste, insbesondere auch umfangreiche Software-Projekte geeignet. Das Zukunftspotenzial von Google Go ist also durchaus gegeben!

 

 

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Foto: Sondem / Fotolia

About Verena Budde

Verena Budde arbeitet seit 2012 für Dice. Als Marketing Executive betreut sie nun seit 2014 den deutschen Markt. Sie arbeitet eng mit dem Account-Management-Team zusammen, um die deutsche Tech-Gemeinschaft optimal mit den Kunden zusammenzubringen. Durch diesen Kontakt zu Unternehmen und IT-Profis hat sie die neuen IT-Entwicklungen und Themen immer im Blick. Mit einem sicheren Gespür für Trends pflegt sie die Social-Media-Programme und die Tech News. Außerdem ist sie für das Planen, Erstellen und Analysieren von E-Mail-Kampagnen zuständig und organisiert das Sponsoring sowie verschiedene Events in ganz Deutschland.
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